DDR-Diktatur im Alltag : Zentrales Mahnmal für Diktatur-Opfer?

Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, befürwortet ein zentrales Mahnmal für die Opfer der SED-Diktatur. Als Denkanstoß sei der Vorschlag von Opferverbänden durchaus unterstützenswert, sagte Jahn.

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25. März 2013, 12:16 Uhr

Berlin/Schwerin | Der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, befürwortet ein zentrales Mahnmal für die Opfer der SED-Diktatur. Als Denkanstoß für die Gesellschaft sei der Vorschlag von Opferverbänden durchaus unterstützenswert, sagte Jahn der Wochenzeitung "Das Parlament". Bisherige Gedenkorte seien meist fixiert auf Stasi-Haft und Mauer.

"Es gab in der DDR aber auch eine Diktatur im Alltag, die im Leben der Menschen tiefe Spuren hinterlassen hat", betonte Jahn. Er nannte Psychiatrie-Opfer und Schüler, die von der Schule verwiesen wurden sowie Studenten, die wegen ihrer politischen Einstellung nicht zu Ende studieren durften. Der frühere DDR-Oppositionelle erinnerte auch an Kinder, die in Heime gesteckt wurden, weil ihre Eltern einen Ausreiseantrag gestellt hatten. Der Opfer all dieser Repressionen werde bislang in keinem Denkmal gedacht, sagte Jahn.

Auch der CDU-Fraktionschef im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, Vincent Kokert, unterstützte die Initiative. "Es geht dabei nicht darum, allein an die Mauertoten, die Opfer von Enteignungen und Schauprozessen zu erinnern, sondern vielmehr der alltäglichen Verwerfungen in der SED-Diktatur insgesamt zu gedenken", erklärte Kokert in Schwerin. "Vom Kindergarten bis in den Betrieb war das Land militarisiert.

In der Erziehung ging es um Klassenstandpunkte, statt um Toleranz, Miteinander und Gemeinsinn. Die Medien punkteten mit Jubelmeldungen und blendeten die Unzulänglichkeiten des Alltagslebens (...) aus." Dies alles gehöre dazu, wenn man über das Leben im real existierenden Sozialismus spreche, meinte der CDU-Fraktionschef.

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