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Mecklenburg-Vorpommern

17. Oktober 2017 | 06:15 Uhr

Stasi-Unterlagen : Zeitzeugen gefragt

vom
Aus der Onlineredaktion

Seit 25 Jahren können Betroffene die Akten der Staatssicherheit einsehen, die über sie angelegt wurden. Wie der DDR-Geheimdienst die Freiheit des Wortes verhindert und Leben beeinflusst hat, wollen vor allem Schüler wissen - auch in Neubrandenburg.

Das Interesse von Schülern an den Auswirkungen der Arbeit der DDR-Staatssicherheit ist weiter groß. Das erklärte gestern Marita Richter als Leiterin der Neubrandenburger Außenstelle der Stasi-Unterlagenbehörde. Hauptthemen bei Workshops mit Zeitzeugen – wie dem Malchiner Maik Torfstecher, der sich als 20-Jähriger 1988 mit einem Bekannten unter dem Grenzzaun hindurchbuddelte und nach Westberlin floh – seien „Zivilcourage“ und „Freiheit des Wortes“. „Unsere Schüler sind da viel weiter, als wir oft glauben“, sagte Richter. 2016 hätten rund 400 Schüler an solchen Treffen teilgenommen.

Die Zahl der Anträge auf persönliche Akteneinsicht sinke zwar weiter leicht, aber 70 Prozent der Antragsteller kämen noch immer zum ersten Mal, erklärte Katrin Vogt, die für die Anträge zuständig ist. Seit der ersten Akteneinsicht im Februar vor 25 Jahren hätten in Neubrandenburg rund 83 000 Menschen prüfen lassen, ob und inwieweit der DDR-Geheimdienst ihr Leben ausspioniert habe. Nach bisherigen Erfahrungen fänden sich bei etwa 30 Prozent der Antragsteller auch wirklich Akten über ihr Leben. Es gebe aber auch eine große Menge an Unterlagen, bei denen Betroffene noch gar keinen Antrag gestellt hätten. In den drei Außenstellen im Nordosten wurden 2016 rund 5800 solcher Anträge gestellt. Davon entfielen auf Neubrandenburg 1265, auf Schwerin 2304 und Rostock 2263 Antragsteller.

Richter rechnet damit, dass die Außenstellen Rostock, Schwerin und Neubrandenburg noch mehrere Jahre bleiben. Derzeit werde in Berlin ein Konzept beraten, das den Umgang mit den Akten des DDR-Geheimdienstes bis 2029 regeln soll.

 

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