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Serie: Jung in MV : Zeitung für den Bildschirm

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ein Rheinländer in Schwerin: Alexander Hamacher hält Themen des medienhaus:nord in bewegten Bildern fest.

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2017 | 16:00 Uhr

Zeitung ist schon lange nicht mehr nur Text auf Papier. Zeitung gibt es auch im Internet oder auf dem Smartphone, man kann sie nicht nur lesen, sondern auch anschauen. Kleine Filme vervollständigen die Berichterstattung. Alexander Hamacher arbeitet seit einigen Monaten als Videoproducer für „Schweriner Volkszeitung“ und „Norddeutsche Neueste Nachrichten“.

Für diesen Job ist der Rheinländer extra in die Landeshauptstadt gezogen. Aufgewachsen zwischen Köln und Bonn, wollte er eigentlich Koch werden und das Restaurant seiner Eltern übernehmen. Aber als Jugendlicher jobbte er als DJ und entdeckte seine Liebe zur Tontechnik. Er absolvierte eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. „Darin sind mehrere Berufe vereint: Kameramann, Tontechniker, Cutter, Grafik-Animateur“, erklärt der 31-Jährige. „Dennoch muss man sich irgendwie spezialisieren – bei mir war’s tatsächlich die Tontechnik.“ Hamacher war jahrelang als Kamera- und Tonassistent für Film- und Fernsehproduktionen unterwegs. „Damals habe ich etwa die Hälfte der Zeit in Hotels gewohnt – das hat auf der einen Seite viel Spaß gemacht, war aber auf der anderen Seite familienunfreundlich, ich habe meine Frau kaum gesehen.“ Die wiederum stammt aus Schwerin, und aus dieser familiären Richtung kam auch die Anregung für Hamachers Job als Videoproducer im medienhaus:nord. Er bewarb sich auf eine Ausschreibung – und wurde angenommen. „Als ich die Zusage hatte, kam ich noch mal ins Grübeln“, gibt er zu. „Ich bin Rheinländer durch und durch, da ist es schon ein großer Schritt wegzugehen. Ich habe Pro- und Kontra-Listen gemacht, mit vielen Leuten geredet – in der Summe sprachen viele Gründe für Schwerin. Am meisten hat mich gereizt, dass ich hier im Videobereich etwas aufbauen kann. Damit kann ich mich auch selbst weiterentwickeln.“

Seit August wohnt das Ehepaar Hamacher in Schwerin. Alexanders Aufgabe: redaktionelle, aber auch werbewirksame Videos erstellen. Seine Themen findet er meist in der täglichen Redaktionskonferenz oder im Gespräch mit Kollegen. Hamacher ist im gesamten Verbreitungsgebiet des medienhaus:nord unterwegs, also auch in Rostock oder Güstrow. Im Durchschnitt stellt er jeden zweiten Tag ein neues Stück ins Netz. „Jetzt arbeite ich wirklich als Mediengestalter“, sagt er. „Ich mache das Konzept, ich drehe, schneide, animiere selbst. Ich setze das Licht, schreibe und spreche die Texte.“ Bewegte Bilder gehören seiner Meinung nach heutzutage zu einem Printprodukt dazu. „Viele Menschen informieren sich zusätzlich zur Zeitung auch über Videos. Allerdings kann so ein Beitrag immer nur eine Grundinformation schaffen, ein Artikel geht viel mehr in Tiefe – und ich glaube, dass das vielen Lesern wichtig ist.“ Nach den ersten Monaten seiner Tätigkeit sieht Hamacher, dass seine Videos zunehmend angeklickt werden. Er ist zufrieden mit seinem Job, mit den Reaktionen von Kollegen und Lesern. „Manche Kollegen mussten sich erst daran gewöhnen, dass es jetzt jemanden gibt, der ihre Themen mit bewegten Bildern begleitet. Aber immer öfter arbeiten wir bei den Terminen direkt zusammen.“

Seine technische Ausstattung ist zwar anders als er es vom Fernsehen gewohnt war – „aber nicht schlechter. Und als mir Licht, drahtlose Mikrofone oder ein leistungsfähigerer Rechner fehlten, konnte ich sie nachbestellen. Mir wurden hier alle Türen geöffnet, und ich kann journalistisch arbeiten statt nur profit-gesteuert.“ So kommen auch Themen auf die Website, die keine hohen Klickzahlen erreichen, aber redaktionell als wichtig eingestuft werden. „Das ist vielleicht nicht immer bequem, aber das gehört eben auch dazu.“

>> Videos von Alexander Hamacher

Hintergrund zur Serie: Jung in MV - Vom jüngsten zum ältesten Bundesland

Ende der 1980er-Jahre war der Norden der DDR das Gebiet mit der durchschnittlich jüngsten Bevölkerung. Seit der Wende aber hat sich diese Statistik komplett umgekehrt – der Rückgang der Geburtenzahlen war weltweit einzigartig. In MV leben nun die nahezu ältesten Menschen Deutschlands. Mit 46,5 Jahren sind die Einwohner gut zwei Jahre älter als im Bundesschnitt.

Die Gründe für den demografischen Wandel sind vielfältig: die gesellschaftliche Unsicherheit, ein rasanter Wertewandel hin zu westlichen Tendenzen wie später Mutterschaft und nicht zuletzt die wegfallenden Anreize, die das DDR-System jungen Familien bot. „Und die nicht geborenen Kinder fallen heute als potenzielle Eltern weg“, erklärt Soziologe André Knabe. Ein anderer wichtiger Grund für die statistische Alterung ist die Abwanderung junger, qualifizierter Menschen.

In einer neuen Serie wollen wir zeigen, dass es junge Menschen gibt, die sich bewusst für den Nordosten entscheiden. Die hier Chancen sehen, die andere nicht gesehen haben. 

Heute beginnen wir mit einen jungen Videoproducer, der sich für die Arbeit in unserem Medienhaus entschieden hat, in dem drei Tageszeitungen entstehen, u.a. die SVZ und die NNN.


 

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