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Güstrow : Zeit für Domplatz-Investor abgelaufen

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Gibt es einen Neustart mit einem anderen Investor am Domplatz? Oder soll Jochen Hornung sein Vorhaben mit einem verändertem Projekt doch noch verwirklichen können? Diese Fragen müssen die Stadtvertreter beantworten.

svz.de von
erstellt am 14.Mär.2012 | 08:10 Uhr

Güstrow | Gibt es einen Neustart mit einem anderen Investor am Domplatz 18? Oder soll Jochen Hornung sein Vorhaben mit einem verändertem Projekt mit neuen Zeitvorgaben doch noch verwirklichen können? Diese Fragen müssen die Güstrower Stadtvertreter beantworten. Eine Beschlussvorlage wird von der Verwaltung vorbereitet und soll bei der Stadtvertretersitzung am 26. April auf die Tagesordnung kommen.

Bürgermeister Arne Schuldt ist mit der derzeitigen Situation äußerst unzufrieden, mit seiner Geduld am Ende. Vor mehr als siebeneinhalb Jahren war das Renaissance-Haus am Domplatz durch Brandstiftung zerstört worden. Es hatte zur erneuten Bebauung einen Ideenwettbewerb gegeben. Für den Siegerbeitrag fand sich kein Investor, wohl aber für den Entwurf des Zweitplatzierten. Die Stadtvertretung beschloss den Verkauf an Jochen Hornung mit der Auflage, den Entwurf des Architekten Alexander Zorbas umzusetzen und spätestens ein Jahr nach Erteilung der Baugenehmigung auch mit dem Bau zu beginnen. "Es hat schon sehr lange gedauert, bis die Baugenehmigung erteilt wurde. Aber jetzt sind wir deutlich über der Zeit", stellt Schuldt fest. Auch bei etwas guten Willen sei sie Ende vergangenen Jahres abgelaufen gewesen. Schuldt informiert, dass der Krakower Bäcker der Stadt ein Angebot unterbreitet habe. "Zur zeitlichen Abfolge und zum Projekt", sagt der Bürgermeister. Darin werde ein Baubeginn eventuell noch 2012 oder auch später angeboten. Auch das Projekt sehe Veränderungen vor, die Schuldt als so weitgehend bezeichnet, dass von einer Umsetzung des Wettbewerbsbeitrages von Alexander Zorbas nicht mehr die Rede sein könnte. "Der Entwurf sieht Reihenhäuser in nordischer Bauweise, modern, schlicht vor. Das ist jetzt nicht mehr so", sagt Schuldt. Im vergangenen Herbst hatte Hornung noch an diesem Entwurf mit kleineren Veränderungen festhalten wollen. Gestern war er nicht für die SVZ erreichbar, um seine neuen Ideen weiter zu erläutern.

Die Stadtvertreter sollen nun entscheiden, ob sie das Angebot des Investors annehmen und somit die von ihnen gesetzten Rahmenbedingungen von einst ändern, oder ob sie auf den einmal geschlossenen Vertrag pochen. Geschieht Letzteres, werde der Vertrag rückabgewickelt, informiert Schuldt.

Die Zukunft des Grundstückes am Domplatz 18 sei dann wieder offen. "Was die Diskussion zum Gemeindezentrum der Domgemeinde anheizen könnte", spielt Schuldt auf einen regen Meinungsaustausch zu diesem Vorhaben in der SVZ an. Das Zentrum ist bekanntlich als Anbau an der Landessuperintendentur am Domplatz 6 geplant.

Hornung hatte immer wieder den Baubeginn am Domplatz 18 angekündigt und dabei immer wieder betont: Gut Ding will Weile haben. Im März vergangenen Jahres sollte es aber losgehen. Es dauerte bis September. Plötzlich verschwand der hohe Bauzaun. Die Bodendenkmalpfleger rückten an. Hoffnung keimte auf. Jetzt aber! Noch im Oktober sollte die Grundplatte gegossen sein. Doch es geschah wieder nichts. Die Arbeit der Bodendenkmalpfleger hatte ans Licht gebracht, dass ein Tonnengewölbekeller nur locker verfüllt worden war. Konsequenz: Mehrarbeit für den Bauherren. Hornung hatte damals Verhandlungsbedarf mit der Stadt gesehen. Eine weitere Verzögerung des Baubeginns konnte vermutet werden. Doch Schuldt lehnt auf Nachfrage ab. Der Bebauungsentwurf habe ursprünglich eine Tiefgarage vorgesehen. Es habe also keinen Grund gegeben, den Keller, der ohnehin hätte verschwinden müssen, mit großem Aufwand zu verfüllen. Also kein Grund für eine weitere Verzögerung.


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