Bestanden : Zehnmillionste Fahrprüfung

Souverän bestanden: Axel Geick ist nach der zehnmillionsten Prüfung mit erhobenen Daumen im Rückspiegel des Fahrschulautos zu sehen.
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Souverän bestanden: Axel Geick ist nach der zehnmillionsten Prüfung mit erhobenen Daumen im Rückspiegel des Fahrschulautos zu sehen.

Seit 1990 nimmt die Dekra in Ostdeutschland Fahrprüfungen ab – einiges hat sich seither verändert

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15. Juli 2014, 07:47 Uhr

Axel Geick fährt in einem Fahrschulwagen auf das Gelände der Dekra in Schwerin vor. Der Prüfer gratuliert. Er hat seine Fahrprüfung bestanden, trotz schlechter Wetterbedingungen.

„Das Blitzgewitter im Anschluss war viel schlimmer“, sagt der 17-Jährige mit einem Lachen und verweist damit auf die Heerschar an Fotografen, die gestern seinetwegen zur Dekra Niederlassung nach Schwerin kamen. Axel Geick ist nämlich nicht irgendein Fahrschüler, sondern der zehn Millionste, der seit 1990 in den neuen Bundesländern eine praktische Fahrprüfung bei der Dekra absolviert hat. „Das ist eine gewaltige Zahl. Im Durchschnitt haben unsere Prüfer jedes Jahr mehr als 40 000 Prüfungen abgenommen“, hebt Dr. Gerd Neumann, Mitglied der Geschäftsführung der Dekra hervor.

Ein kleiner Rückblick: Im Juli 1990 wurde der heutige Dekra e.V. Dresden vom Verkehrsministerium der DDR mit dem Aufbau der Technischen Prüfstelle beauftragt. Wenig später wurden die ersten Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt. Seitdem ist die Dekra mit der Abnahme der theoretischen und praktischen Fahrprüfung in den ostdeutschen Bundesländern beauftragt. Dass sich in den letzten 24 Jahren einiges an Prüfungsbedingungen geändert hat, schildert Christian Pegel (SPD), Verkehrsminister von MV: „Meine Fahrschule habe ich 1994 gemacht. Damals habe ich in der Theorieprüfung noch mit Bleistift mein Kreuz gesetzt.“ Heute braucht man nicht einmal mehr Papier. Seit 2010 findet die Theorieprüfung bei der Dekra am PC statt. Die Abbildungen sind computergeneriert. Das heißt, sie können von Prüfung zu Prüfung in Farben und Formen variieren. „So soll verhindert werden, dass die Prüflinge auswendig lernen“, erklärt Dr. Neumann. Seit April dieses Jahres können sich diese Bilder sogar bewegen.

Auch in der Praxis hat sich einiges geändert. So werden zukünftig während der Prüfung elektronische Protokolle erstellt, die dem Fahrschüler im Anschluss helfen sollen, Fehler besser nachzuvollziehen. Die größte Veränderung stellt jedoch das begleitende Fahren mit 17 Jahren dar. Mit dem Erwerb dieses Scheins können 17-Jährige bis zur Volljährigkeit mit einer Begleitperson Auto fahren. So auch Axel Geick. „Mein Vater wird mit mir fahren. Ich denke, da wird es schon einige Möglichkeiten geben“, freut er sich.

Christian Pegel befürwortet die neue Praxis „Diese Art des begleitenden Fahrens mit 17 können wir besser verantworten, als jemanden mit 18 Jahren allein auf die Straße zu lassen. Aus diesem Grund freue ich mich umso mehr, dass die zehnmillionste Fahrprüfung von einem 17-Jährigen absolviert wurde“, meint der Minister und fügt hinzu: „Statistiken zeigen, dass ein Jahr begleitetes Fahren zu deutlich rückläufigen Zahlen der betroffenen Fahrer in der Unfallstatistik führt.“ Doch die Dekra kann nicht mit allen Ergebnissen zufrieden sein. Noch immer fällt jeder dritte Fahrschüler in MV durch die praktische oder theoretische Prüfung. Damit liegt MV im Bundesländervergleich laut Kraftfahrt-Bundesamt auf Platz 12 (Stand 2013). „Die Erfolgsquoten haben sich in den letzten Jahren langsam verbessert. Zufrieden sind wir nicht. “, sagt Dr. Neumann.

Axel Geick kann sich freuen. Ob es für ihn nun direkt auf die Straße geht? „Nein. Leider nicht. Wir fahren jetzt in den Urlaub nach Holland“, bedauert er. Sobald er zurück ist, will er jedoch so viel wie möglich fahren. „Mein Vater braucht nur fragen: ‚Bock auf Fahren‘ – und schon geht’s los“.

Fahrlehrer-Typen


Der Vati-Typ: 
Er hat während der Fahrstunde ein offenes Ohr für alle Probleme seines Schülers und steht beratend zur Seite.  Das Autofahren lernt der Schüler so ganz nebenbei.

Der Erlediger: 
Die Apotheke oder die Reinigung liegen zufällig auf der Strecke. Der Erlediger nutzt jede Gelegenheit, um seine persönlichen Besorgungen während der Fahrschulpraxis zu tätigen.

 

Der Strenge: 
Privatgespräche sind tabu. Blick auf die Straße und aufgepasst! Bei einem Fehler wird sofort losgebrüllt. Autofahren ist schließlich kein Spaß.



Der Ängstliche:  
Am liebsten zehn Stunden auf dem Parkplatz Bremsen und Anfahren üben. So geht es der ängstliche Fahrlehrer mit einem Neuling gerne an.  Alles andere wäre viel zu gefährlich. 

Der Macho: 
Er sucht sich seine Fahrschüler per Gesichtskontrolle aus. Die hübschesten Damen dürfen gleich in seinem teuersten Auto fahren. Ein bisschen Baggern wird ja wohl erlaubt sein.
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