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Mecklenburg-Vorpommern

17. Dezember 2017 | 05:28 Uhr

Gesundheit MV : Zehn Punkte gegen Keime

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bedrohung durch Antibiotika-Resistenzen wächst

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Ein Relikt aus DDR-Zeiten macht Mecklenburg-Vorpommern bundesweit zum Vorreiter bei der Bekämpfung Antibiotika-resistenter Krankheitserreger: „Nur noch bei uns im Land gibt es eine Facharzt-Weiterbildung in Infektiologie“, erläutert der Dekan der Universitätsmedizin Rostock Prof. Dr. Emil C. Reisinger. Dabei sei diese Facharztgruppe umso wichtiger, je mehr sich Keime ausbreiten, die nicht auf Antibiotika ansprechen. Als Präsident der Paul-Ehrlich-Gesellschaft (PEG) hat Reisinger gestern in Berlin zusammen mit Kollegen, Mitarbeitern des Robert-Koch-Instituts und Politikern über Strategien im Kampf gegen diese Keime debattiert.

In Deutschland werden jährlich bis zu 600 000 Ansteckungen damit registriert, 10 000 bis 15 000 Betroffene sterben pro Jahr. 2015 hat das Bundesgesundheitsministerium deshalb einen Zehn-Punkte-Plan zur Verringerung von Antibiotika-Resistenzen und zur Vermeidung von Infektionen entwickelt. Vorgesehen sind unter anderem ein Krankenhaus-Hygiene-Förderprogramm, verschärfte Meldepflichten und die Isolation von Risikopatienten bei Krankenhauseinweisungen. „Das sind Schritte in die richtige Richtung“, betont Reisinger. Die PEG als interdisziplinäre Fachgesellschaft könne aber noch weitere Empfehlungen geben, beispielsweise die, einzelne Antibiotika-Regime im zeitlichen Wechsel zu verwenden. „Wenn Tetracycline fünf Jahre lang nicht eingesetzt werden, gehen auch die Resistenzen dagegen deutlich zurück“, nennt Reisinger ein Beispiel. Wichtig sei auch, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast zurückzudrängen – rund 1400 Tonnen würden in Deutschland jährlich Tieren verabreicht, deren Fleisch zur Nahrungsgewinnung dient, so Reisinger.

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