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Zeckenalarm: MV hat die meisten Borreliose-Fälle

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erstellt am 05.Apr.2012 | 03:44 Uhr

Schwerin | Mit steigenden Frühlingstemperaturen lauert die Gefahr wieder an Halmen und Zweigen: Die Zahl der gemeldeten Borreliose-Fälle - eine durch Zecken übertragbare Infektionskrankheit - ist in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern drastisch gestiegen. 1785 Fälle wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Im Jahr 2002 waren es noch lediglich 130 Fälle. "Die Borreliose ist eine der häufigsten meldepflichtigen Infektionskrankheiten geworden", sagte Martina Littmann vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Nach Angaben des Lagus nimmt Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich vor Brandenburg die Spitzenposition bei Borreliose-Erkrankungen ein.

Noch gibt es keine eindeutige Erklärung für den rapiden statistischen Anstieg. Ob das am verbesserten Meldesystem liegt, an der Sensibilisierung der Menschen oder ob sich die infizierten Zecken ausbreiten, sei unklar, heißt es. "Diskutiert wird ein möglicher Einfluss der Klimaveränderungen" auf die Zeckenpopulation, steht in einem Lagus-Bericht.

Etwa 35 Prozent der Zecken sind Träger so genannter Borrelien. Sie lösen Borreliose aus, die mit Gelenkentzündungen und Erkrankungen des Nervensystems einhergehen. Auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Sie führt zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Die gefährlichen Erreger lösen bei jedem zehnten Erkrankten eine Hirnhautentzündung aus. Bei vielen von ihnen hinterlassen die Viren Dauerschäden mit nachfolgender Berufsunfähigkeit. Zwei Prozent sterben sogar.

Zecken mögen es feucht und warm. "Sie suchen sich eine dünnhäutige Stelle, etwa in den Kniekehlen, der Leistenregion oder am Haaransatz", berichtete Martina Littmann, die im Lagus die Leiterin der Abteilung Gesundheit im Landesamt. Mit ihrem Stichapparat dringt die Zecke in die Haut ein, pumpt sich mit Blut voll. Am Ende speit sie ein Sekret in die Wunde, das zu Infektionen führen kann.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald riet nach dem Rekord an FSME-Erkrankungen im vorigen Jahr Urlaubern zur Impfung, die in den Süden Deutschlands, nach Österreich, Schweden oder Tschechien reisen. Einige Krankenkassen zahlen die Impfung,, die etwa 35 Euro kosten. In MV sollen die Zecken noch nicht mit dem FSME -Virus infiziert sein.

Littmann riet, im Grünen Kopfbedeckung, langärmlige Kleidung und lange Hosen zu tragen. Zu Hause sollte man sich nach Zecken absuchen. Entzündet sich die Stichstelle oder entsteht eine Rötung, sollte man zum Arzt.

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