Zappanale am Wendepunkt?

Die 23. Zappanale bringt vom 1. bis 4. August wieder tausende Verehrer der Musik Frank Zappas nach Bad Doberan. Das Festival gilt als eines der entspanntesten und familienfreundlichsten Open Air Events in ganz Europa.Uli Grunert/Archiv
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Die 23. Zappanale bringt vom 1. bis 4. August wieder tausende Verehrer der Musik Frank Zappas nach Bad Doberan. Das Festival gilt als eines der entspanntesten und familienfreundlichsten Open Air Events in ganz Europa.Uli Grunert/Archiv

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30. Juli 2012, 01:11 Uhr

Mit neuen Ideen und programmatischen Änderungen will sich das Festival in Bad Doberan stärker für die Anforderungen der Zukunft positionieren. Uli Grunert sprach mit Thomas Dippel, dem Vorsitzenden des gemeinnützigen Vereins Arf-Society, Ausrichter des diesjährigen Zappanale-Festivals, das vom 1. bis 4. August auf der Trabrennbahn in Bad Doberan über die Bühnen geht.

Am Mittwoch startet die 23. Zappanale. Sie darf weiterhin den Namen von Frank Zappa verwenden. Der Bundesgerichtshof wies vor einigen Wochen die Klage seiner Witwe endgültig zurück. Viele treue Gäste der Zappanale sind nun erleichtert. Trotzdem gab es in jüngster Zeit viele Diskussionen über angekündigte organisatorische und inhaltliche Veränderungen?

Thomas Dippel: Wir sind wirklich sehr froh über das Urteil. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs entspricht dem Geist Frank Zappas. Er trat immer für die Freiheit der Kunst ein. Nun ist der vier Jahre andauernde Rechtsstreit endlich Geschichte. Aber es ist zutreffend, dass das Ergebnis der Zappanale 2011 zwar inhaltlich überzeugen konnte, aber am Ende rund 30 000 Euro Verluste in unserer Festival-Bilanz verbucht wurden. Deshalb musste in Vorbereitung des diesjährigen Festivals der Kurs korrigiert werden. Hohe Verluste sind dauerhaft nicht zu bewältigen. Deshalb wird nach den vier offiziellen Zappanale-Tagen und Nächten ein zusätzlicher Heavy Guitar Day veranstaltet, der hoffentlich zusätzliche Einnahmen einspielt. Dieser Tag soll ein Publikum ansprechen, das sich bisher noch nicht so sehr für die Zappanale interessiert hat.

Gerade dieser Heavy Guitar Tag, der am Sonntag, dem 5. August mit dem Auftritt von Alice Cooper, einen Superstar der internationalen Rock-Szene nach Bad Doberan bringt, wird von Stammgästen des Festivals in Internet-Foren kritisiert. Können Sie das verstehen?

Auf der kommenden Zappanale werden mehr als 30 Bands und Solo-Künstler auf zwei Bühnen agieren. Mit George Duke und Jean-Luc Ponty sind zwei wichtige musikalische Begleiter Frank Zappas dabei. Ein ganz besonderer, einmaliger Auftritt. Mit Scott Thunes und Gary Lucas werden zwei weitere großartige Musiker und Zeitzeugen im Programm vertreten sein. Viele Zappa-Kenner schwärmen von der Vielfalt des kommenden Programms. Es gibt auch kritische Stimmen, die uns begleiten. Einige Zappa-Fans sind gegen eine Öffnung des Programms hin zu jungen, innovativen Klängen. Aber reiner Stillstand und Bewahrung des Status Quo ist nicht unser Ding. Wir wollen das Festival im Geiste Zappas weiter entwickeln. Und nur wenn wir weiter wachsen, sind wir in der Lage, die zukünftigen Herausforderungen zu meistern. Alice Cooper passt im übrigen recht gut zu Frank Zappa. Cooper wurde am Anfang seiner Karriere stark von Zappa gefördert, hat zwei Platten auf Zappas Label eingespielt. Beide standen gemeinsam auf der Bühne.

Worauf freuen Sie sich bei der diesjährigen 23. Zappanale persönlich ganz besonders?

Ich freue mich sehr auf den Zappanale-Auftritt von Fried Dähn und dem Yellow String Quartett. Dähn war Cellist beim letzten großen Projekt von Frank Zappa, der Yellow Shark-Produktion mit dem Ensemble Modern. Er arbeitete mehrere Jahre unter der Leitung Frank Zappas. Sein Ruf als Elektro-Cellist und Grenzgänger zwischen Avantgarde und Klassik ist legendär.

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