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Schwerin : Zahnrettungsboxen für 500 Sportvereine

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Die Techniker Krankenkasse und der Zahnärztekammer MV wollen 500 Sportvereine im Land mit Zahnrettungsboxen ausstatten. Die Übergabe findet mit Innenminister Caffier in Schwerin statt.

svz.de von
erstellt am 11.Jan.2012 | 07:01 Uhr

Schwerin | Die Techniker Krankenkasse und der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern wollen 500 Sportvereine im Land mit Zahnrettungsboxen ausstatten. Heute findet die Übergabe mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU) in Schwerin statt.

Statistisch gesehen verletzt sich jedes zweite Kind noch vor dem 16. Lebensjahr bei Stürzen, Schlägen oder anderen Unfällen an den Zähnen. Schädigungen der Zahnsubstanz, Zahnlockerungen oder der vollständige Verlust eines Zahnes sind die Folgen. Mit Hilfe der Zahnrettungsboxen steigt die Chance ausgeschlagene Zähne und Zahnbruchstücke erfolgreich wieder einzusetzen. Den Kindern kann so eine lang anhaltende zahnärztliche Behandlung erspart bleiben.

Die Zahnrettungsbox sei die beste Möglichkeit, einen ausgeschlagenen Zahn aufzubewahren, bis er wieder in den Kiefer eingepflanzt werden kann, so die Organisatoren. Die Box ist mit spezieller Nährflüssigkeit gefüllt, um den ausgeschlagenen Zahn oder das Zahnbruchstück feucht zu halten und gleichzeitig das Gewebe zu ernähren. Sorgfältig aufbewahrte Zähne haben gute Chancen, rückverpflanzt zu werden und wieder einzuheilen. Auch Zahnteile können mit modernen Techniken "eingeklebt" werden.

Zahnarzt Dr. Jens Schweder aus Rostock hat mit den Boxen Erfahrung: Als er in Großbritannien gearbeitet hat, kamen immer sonntags Patienten, die beim Rugby einen Zahn verloren hatten. "In Mecklenburg-Vorpommern sind es eher die Kinder, die beim Klettergerüst, beim Radfahren oder anderen Sportarten stürzen", sagt der Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg. Rund 80 Prozent der Fälle seien Jungs, berichtet er. "Entscheidend ist die erste Stunde", unterstreicht der 45-Jährige. "Zahnrettungsboxen sind unerlässlich, um den Zahn erhalten zu können. Dann kann ein Zahnarzt versuchen, den Zahn wieder einzupflanzen." Die Chance, den Zahn zu retten, hängt dann von mehreren Faktoren ab, erläutert der Fachmann: "Wichtig ist, dass das Gewebe für die Verankerung des Zahnes im Kieferknochen vital erhalten ist. So kann der Zahn wieder im Knochen anwachsen. Auch die Schädigung des Zahnhalteapparates ist bestimmend für den Erfolg." Nach dem Wiedereinsetzen wird der Zahn rund zwei Wochen geschient. In vielen Fällen ist zudem eine Wurzelbehandlung erforderlich.

Wichtiges Ziel der Behandlung ist es, dass die Kinder mit dem reimplantierten Zahn das junge Erwachsenenalter erreichen. Dann kann abhängig von der Situation auch ein Implantat gesetzt werden.


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