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132 Infektionen mit Krankenhauskeim MRSA : Zahl der Todesfälle hat sich verdoppelt

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Der gefährliche Krankenhaus-Erreger MRSA (Methicillinresistenter Staphylococcus) befindet sich in MVs Kliniken und Pflegeeinrichtungen offenbar weiter auf dem Vormarsch. Landesweit starben 2011 zehn infizierte Menschen.

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2012 | 06:52 Uhr

Der gefährliche Krankenhaus-Erreger MRSA (Methicillinresistenter Staphylococcus) befindet sich in Mecklenburg-Vorpommerns Kliniken und Pflegeeinrichtungen offenbar weiter auf dem Vormarsch. Nach Angaben des Sozialministeriums wurden im vergangenen Jahr 132 Infektionen gemeldet. Damit stieg die Zahl der Patienten, in deren Blut oder Körperflüssigkeiten MRSA nachgewiesen wurden, gegenüber 2010 um 36 Prozent. Landesweit starben 2011 zehn infizierte Menschen, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

Vor allem Patienten im Alter über 55 Jahre steckten sich mit den multiresistenten Keimen an, wie eine neue Studie der Barmer-Krankenkasse bestätigte. Auch die Zahl derjenigen, die mit Keimnachweis wieder in eine Pflegeeinrichtung entlassen werden, nimmt zu. Dort befänden sich immer häufiger immungeschwächte Bewohner, die an chronischen Erkrankungen litten, warnte Ursula Marschall, die an der Studie mitarbeitete. Zu den Risikogruppen gehörten auch Landwirte und Tierärzte, die sich durch körperlichen Kontakt mit Tieren oder Staub in Mastanlagen infizieren könnten.

Neue Hygieneverordnung kommt Ende März

Zugleich warnen Experten aber auch vor Panikmache. Hohe Fallzahlen könnten auch Ausdruck des inzwischen verstärkten Kontrollmanagements sein, sagte Andreas Podbielski, Direktor des Rostocker Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene. Verglichen mit anderen Bundesländern seien die Krankenhäuser hierzulande inzwischen gut gerüstet. In den Kliniken würden Eingangsuntersuchungen bei Patienten durchgeführt. Zudem seien Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen verschärft und die Zahl regelmäßiger Mitarbeiterschulungen erhöht worden. Dringend notwendig sei aber nun auch ein Patientenscreening bei den niedergelassenen Ärzten, forderte der Experte.

Unterdessen kündigte das Sozialministerium eine neue Hygieneverordnung an. Die vom Gesetzgeber geforderten verbindlichen Richtlinien zum Umgang mit den gefährlichen Klinikkeimen würden Ende März erlassen, sagte Ministeriumssprecher Christian Moeller.


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