Kriminalität in MV : Zahl der Einbrüche auf Rekordniveau

Nur knapp 14 Prozent der Einbrüche in Dänemark werden aufgeklärt.
Nur knapp 14 Prozent der Einbrüche in Dänemark werden aufgeklärt.

Die Polizei bekommt die Einbrecherbanden nicht in den Griff. Mehr als 167 000 Fälle bundesweit. Nur jede vierte Tat wird in MV aufgeklärt

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30. März 2016, 20:45 Uhr

Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist 2015 erneut gestiegen – auf mehr als 167  000 Fälle. Das ist die höchste Zahl seit Jahren und eine Steigerung im Vergleich zu 2014 um 9,9 Prozent, berichtet die „Welt“ unter Berufung auf neueste Erhebungen. Die Zahlen will Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im Mai in Berlin offiziell vorstellen.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern haben Einbrecher Hochkonjunktur. 31 Delikte meldete die Polizei allein im Monat März. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ließ gestern zwar mitteilen, dass die Einbruchszahlen im Nordosten im vergangenen Jahr leicht rückläufig waren. Konkrete Zahlenangaben wolle er aber erst bei der offiziellen Vorstellung der Krimininalitätsstatistik für 2015 in zwei Wochen machen.

Allerdings stieg die Einbruchskriminalität auch in Mecklenburg-Vorpommern in den vier Jahren zuvor dramatisch um mehr als 21 Prozent. 1530 Einbrüche waren es 2014 – 267 Fälle mehr als 2010. „Gerade Wohnungseinbrüche beeinträchtigen das subjektive Sicherheitsgefühl in erheblichem Maße und die Opfer leiden zumeist unter den psychischen Folgen“, sagte Innenminister Caffier .

Anders als beim Diebstahl hochwertiger Autos sind nach Ansicht des Landeskriminalamtes (LKA) in Rampe bei Schwerin nicht vorrangig Banden aus Osteuropa für die Einbrüche verantwortlich. Unter den 354 festgestellten Tatverdächtigen waren 53 Ausländer, davon kamen 49 aus dem Nachbarland Polen. 2014 konnte allerdings nur jeder vierte Fall in Mecklenburg-Vorpommern von der Polizei aufgeklärt werden. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht die Jagd nach den Tätern durch fehlendes Personal bei den Ermittlern erschwert. „Das Einzige, was hilft, ist ein hoher Ermittlungsdruck und eine sichtbare Präsenz der Polizei in den Wohngebieten“, sagt der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek.

Manchmal helfen auch wachsame Nachbarn. In Bresegart (Landkreis Ludwigslust-Parchim) bemerkte ein Einwohner vor drei Wochen, wie sich vier Männer an der Terrassentür eines Nachbarhauses zu schaffen machten. Der couragierte Mann verständigte Anwohner und die Polizei. Die Einbrecher konnten gestellt werden.

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