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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 07:10 Uhr

Landespolizei MV : Zahl der Demos verdoppelt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aufmärsche gegen Flüchtlingspolitik sorgen für Dauerstress bei Polizei. Zehn Prozent der Beamten sind krank.

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 06:20 Uhr

Für die am vergangenen Mittwoch beschlossene Aufstockung der Landespolizei um 100 Stellen ist es höchste Zeit. Das belegen Zahlen aus dem Innenministerium zur Belastung der Beamten, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Danach gab es von September bis November landesweit 288 Demonstrationen - doppelt so viele im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

In diesem Herbst ging es bei 146 Aktionen um das Thema Flüchtlingspolitik, während dies vor einem Jahr nur bei neun Veranstaltungen der Fall war. Oft gebe es Demos und Gegendemos im gleichen Ort, was wegen der konträren Auffassungen den Polizeiaufwand vergrößert, wie Ministeriumssprecherin Marion Schlender sagte.

Wie viele Überstunden sich durch die Vielzahl der personalintensiven Einsätze angehäuft haben, sei noch unklar. Doch die Mehrbelastung wirkt sich auf die Gesundheit der Beamten aus. Schlender zufolge wird im Ministerium davon ausgegangen, dass in diesem Jahr täglich neun bis zehn Prozent der Mitarbeiter wegen Krankheit nicht zur Verfügung standen. Im bundesweiten Durchschnitt der gesetzlichen Krankenkassen wird 2015 mit einem Krankenstand von lediglich rund 3,8 Prozent gerechnet.

Nach Worten von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat zu der großen Belastung der Landespolizei nicht nur der Zustrom von bislang rund 21 000 Flüchtlingen in diesem Jahr beigetragen. Auch die Bekämpfung der Gefahren durch islamistischen Terror und die regelmäßigen Ausschreitungen bei Fußballspielen forderten die Beamten enorm. Als einen ersten Schritt zur Entlastung hatte Finanzministerin Heike Polzin (SPD) zugestimmt, dass 47 ältere Polizeibeamte, die kurz vor dem Ruhestand stehen, ihren Dienst bis Ende 2016 verlängern können.„Ein Ende der gestiegenen Arbeitsbelastung der Polizei ist nicht absehbar“, sagte Caffier. Aus diesem Grund haben die Gewerkschaft der Polizei und die Opposition im Landtag die Entscheidung des Koalitionsausschusses für 100 zusätzliche Stellen auch nur als einen Schritt in die richtige Richtung gewürdigt. Dem müssten weitere folgen.

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