Gesundheit : Zähneputzen wird zum Gesetz

Greifen gleich nach dem Frühstück zur Zahnbürste: Benedikt, Irma und Anni-Luise (v.l.) aus der Kindertagesstätte Spatzennest in Lützow. Der Spaß kommt beim gemeinsamen Bürsten nicht zur kurz. Mundhygiene ist in der Einrichtung der Felicitas GmbH längst ein wichtiger Bestandteil der Betreuung.
Greifen gleich nach dem Frühstück zur Zahnbürste: Benedikt, Irma und Anni-Luise (v.l.) aus der Kindertagesstätte Spatzennest in Lützow. Der Spaß kommt beim gemeinsamen Bürsten nicht zur kurz. Mundhygiene ist in der Einrichtung der Felicitas GmbH längst ein wichtiger Bestandteil der Betreuung.

Zahnpflege steht längst nicht bei allen Kitas auf dem Programm – jetzt schlägt das Sozialministerium eine verbindliche Regelung vor

svz.de von
13. Juni 2018, 20:45 Uhr

Zahnärzte und Gesundheitsexperten in Mecklenburg-Vorpommern beobachten mit zunehmender Sorge, dass in den Kindertagesstätten nicht mehr täglich die Zähne geputzt werden. „Trotz aller Bemühungen und ungeachtet aller Argumente setzt sich der Trend fort“, gab Ute Siering, Fachdienstleiterin Gesundheit im Landkreis Ludwigslust-Parchim, am Mittwoch auf einer öffentlichen Expertenanhörung im Landtag zu bedenken.

 

In Mecklenburg-Vorpommen wird in 97 Kitas komplett auf das Zähneputzen verzichtet, wie aus einer Zusammenstellung des Wirtschaftsministeriums vom Herbst 2017 hervorgeht. Laut einer im Januar veröffentlichten Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege haben Kleinkinder im Land öfter Probleme mit Karies als im bundesweiten Schnitt. Gesunde Zähne seien wichtig für das Wohlbefinden, eine gute Sprachentwicklung, gesunden Schlaf und eine richtige Ernährung, erklärte die Fachdienstleiterin weiter.

Auf die Pflege der Zähne wird laut Siering in Kitas unter anderem verzichtet, weil Erzieher die Übertragung von Krankheiten befürchteten oder Eltern erst gar kein Zahnputzzeug für die Kleinen mitbringen. In einigen Einrichtungen würde es zudem zu wenig Waschbecken geben oder die Erzieher hätten keine Zeit, mit den Kindern Zähne zu putzen.

Experten wie Siering und die Mitglieder im Sozialausschuss sprachen sich am Mittwoch dafür aus, dass Zähneputzen in Kitas und Tagespflegeeinrichtungen zur Pflicht werden sollte. Zähneputzen müsse im Kindertagesstättenfördergesetz fixiert werden (Kifög), betonte Rona Zyriax, Leiterin der Landesstelle der Zahnärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst in MV. Dadurch hätten Kinder zumindest einmal am Tag die Chance, ihre Zähne putzen zu können und den Umgang mit einer Handzahnbürste zu lernen. Denn längst nicht in allen Familien stehe die tägliche Zahnpflege auf dem Programm, begründete Zyriax die Forderung nach einer Zahnputz-Pflicht.

Das Sozialministerium will dem Landtag bereits auf dessen nächster Sitzung in der übernächsten Woche einen Gesetzesentwurf mit einer verbindlichen Regelung zur Zahnpflege in Kitas vorlegen. Damit werde der Stellenwert für die Mundhygiene der Kinder im Rahmen der Ziele und Inhalte der frühkindlichen Bildung ausdrücklich hervorgehoben, erklärte Sozialministerin Stefanie Drese (SPD). Erzieher könnten bei Kindern gesundheitsbewusste Haltungen wecken, mit ihnen das richtige Zähneputzen einüben und ihnen Angst vor dem Zahnarzt nehmen, so die Ministerin weiter.

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