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Prozess in Rostock : Zähes Ringen um ein Geständnis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

svz.de von
erstellt am 15.Feb.2016 | 21:00 Uhr

Nach dem Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Groß Lüsewitz bei Rostock im Herbst 2014 ringt das Rostocker Landgericht offenbar mit den mutmaßlichen Tätern um ein umfangreiches Geständnis. Die Richter, die Verteidiger und die Staatsanwaltschaft verhandelten gestern fast drei Stunden lang hinter verschlossenen Türen – allerdings bislang ohne Erfolg. Den 25 und 26 Jahre alten Angeklagten aus der rechten Szene in der Region wird versuchter Mord und schwere Brandstiftung vorgeworfen.

Sie sollen in einer Nacht im Oktober 2014 zwei Brandsätze auf ein Mehrfamilienhaus geworfen haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie von den vier Flüchtlingsfamilien wussten, die im oberen Stockwerk schliefen. Die Brandsätze prallten an einem Baugerüst ab und richteten nur kleine Schäden an. Keiner der Bewohner wurde verletzt. Ein umfassendes Geständnis könnte die Strafe für die beiden mindern. Ihnen drohen drei bis 15 Jahre Haft.

Während der Ermittlungen soll einer der beiden die Tat grundsätzlich eingeräumt, aber seine Motive verharmlost haben. Der andere schwieg. Die Ermittler waren den Männern elf Monate nach der Tat durch Hinweise aus der Dorfbevölkerung auf die Spur gekommen. Der Prozess wird morgen fortgesetzt.

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