Tote Fische und Vögel : WWF holt Geisternetz aus der Ostsee

Die Fischer Günther Baltsch (2.v.r) und Karl-Heinz Neumann (r) ziehen Mitte Juli vor der Küste der Insel Rügen bei Sassnitz ein Geisternetz aus der Ostsee. Erstmals vor der deutschen Küste sind verloren gegangene Fischernetze mit einer Netzharke geborgen worden.

Die Fischer Günther Baltsch (2.v.r) und Karl-Heinz Neumann (r) ziehen Mitte Juli vor der Küste der Insel Rügen bei Sassnitz ein Geisternetz aus der Ostsee. Erstmals vor der deutschen Küste sind verloren gegangene Fischernetze mit einer Netzharke geborgen worden.

Ein 500 Meter langes Geisternetz hat in der Ostsee vor Warnemünde für tote Fische und Kormorane gesorgt

svz.de von
09. August 2018, 21:00 Uhr

In der Ostsee vor Warnemünde hat die Umweltstiftung WWF ein 500 Meter langes Geisternetz geborgen. „Das Geisternetz stand in Teilen noch aufrecht am Meeresboden, so dass sich Fische und Meeresvögel weiter darin verfangen haben“, sagte Andrea Stolte, Projektmanagerin für Geisternetze beim WWF in Stralsund. Auf dem Erkundungstauchgang vor der Bergung hätten Taucher 60 bis 70 Fischkadaver und zwei erstickte Kormorane darin gesehen.

Vor allem Schollen, Flundern, Steinbutte und auch einige Dorsche hätten sich dort verstrickt. Zudem könnten herumgeisternde Stellnetze auch zu Todesfallen für Robben und Schweinswale werden. Nach WWF-Angaben besteht etwa ein Zehntel des weltweiten Plastikmülls im Meer aus verlorenem Fischereigerät. Es könne 400 bis 600 Jahre dauern, bevor sich ein Netz aus Kunststoff im Meer zersetzt habe.

Ein Mitarbeiter der Universität Rostock habe das Geisternetz beim Schnorcheln entdeckt und den WWF darauf aufmerksam gemacht, berichtete Stolte. Das Netz sei nicht mit Bojen oder Fähnchen gekennzeichnet gewesen. Dies sei illegal, sagte Stolte. „Gerade solche Funde zeigen, wie wichtig es ist, die Kennzeichnungspflicht für Stellnetze auch durchzusetzen.“

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