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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 13:32 Uhr

Wrackfund vor Hiddensee

vom

svz.de von
erstellt am 13.Aug.2012 | 09:42 Uhr

Hiddensee | Die Geschichte des deutschen Schraubendampfers "Großfürst Constantin" begann und endete im Eis. Gebaut 1857 in Rostock, musste sich das Schiff zur Probefahrt im März 1857 seinen Weg nach Warnemünde durch mehr als 20 Zentimeter dickes Eis bahnen. Vier Jahre später geriet der Dreimaster vor Rügen in einen Eissturm und sank.

Jetzt haben Forschungstaucher das verschollen geglaubte Schiff wiederentdeckt. Das Wrack ruhe nordöstlich der Ostseeinsel Hiddensee in 21 Meter Tiefe, sagte Thomas Förster vom Rostocker Verein Archaeomare gestern nach Rückkehr von einer Tauchexpedition. Geortet wurde der schlanke, 55 Meter lange Rumpf schon vor acht Jahren durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie. "Nur konnte sich bislang keiner erklären, was für ein Wrack das ist", sagte Förster. Als sein Team vor einem Jahr zu der Stelle tauchte, kam ihm der Verdacht, die "Großfürst Constantin" gefunden zu haben, doch der letzte Beweis fehlte. Es folgten umfangreiche Recherchen in Archiven.

Im Winter 1861 geriet das Schiff, das im schottischen Leith Eisen und Kohle geladen hatte, ins Treibeis und wurde bis an die Küste von Rügen getrieben. Als der Rumpf dem Eisdruck nachgab und Wasser in den Maschinenraum drang, rettete sich die Besatzung auf das Eis. Dort irrten die 17 Mann eineinhalb Stunden umher. Erst als Lotsen am Posthaus Lancken Laternen anzündeten, fanden die Männer den Weg zum Festland.

Das Wrack der "Großfürst Constantin" habe die 151 Jahre auf dem Ostseegrund relativ gut überdauert, sagt Unterwasserarchäologe Förster. Bei dem Tauchgang am Wochenende seien Bug, ein umgebrochener Mast, zwei Winden, zwei Anker sowie der große Dampfkessel mit dem Ansatz des früheren Schornsteins gut erkennbar gewesen.

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