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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 21:40 Uhr

Worte von Joey Kelly zeigen Wirkung

vom

svz.de von
erstellt am 07.Aug.2012 | 09:46 Uhr

Wittenberge | "Niko bewegt sich" - so heißt das Projekt des 20-jährigen Niko Budden, der mit dem Fahrrad die Strecke Oldenburg-Berlin in Tagesetappen zurücklegt und dabei vom Oldenburger Medienbüro "Plan 53" begleitet wird. Bewegen wird er sich viel, denn über soziale Netzwerke knüpfte er Kontakte zu Vereinen unterwegs und probiert die eine oder andere Sportart. In der Prignitz machte der Abiturient seit Sonnabend Station, gestern verließ er Wittenberge in Richtung Havelberg.

Auf dem Hof der Pension Schwesig in der Lenzener Straße packt Niko Budden seine Taschen auf das Fahrrad. "Warum macht er das eigentlich?" Als wenn er darauf gewartet hätte, kommt die Antwort: "Das werde ich oft gefragt. Aber ich habe eine große Klappe. Das Problem ist, dass viele Leute zuhören. Und die gehen dann zu Sponsoren. Dann komme ich aus dieser Nummer nicht mehr raus", erklärt der gebürtige Oldenburger.

Kam er tatsächlich nicht. Und hält bislang gut durch. Vor seinem gestrigen Start nach Havelberg lagen noch 152 der insgesamt rund 500 Kilometer vor ihm. So wie die ein oder andere sportliche Betätigung, denn Niko Budden hat sich vorher im Internet informiert, wo und wann er unterwegs mal nichtalltägliche Sport- und Freizeitangebote testen kann ("Ich möchte gern auch abnehmen".). So testete er in Rotenburg/Wümme Zumba (Tanz-Fitness), Square-Dance in Delmenhorst oder American Football in Bremen. Was gab es in Wittenberge? "Ich bin in einem großen durchsichtigen Ball über den Friedensteich gelaufen", lautet seine Antwort.

Diese und andere Aktionen sind im Internet zu verfolgen. Denn mit der Projektseite www.niko-bewegt-sich.de, dem allgemeinen Veröffentlichen im Web und mit der Produktion von Video beiträgen für Regionalsender wird Niko Budden mit seiner 17-tägigen Tour mit Tagesetappen zwischen 30 und 60 Kilometern einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Das ist auch so geplant. Die sozialen Netzwerke sollen helfen, mit den Menschen in Kontakt zu treten und auch Schlafmöglichkeiten zu organisieren.

Das klappte in der Prignitz ganz gut. Auf der Burg Lenzen konnte er umsonst nächtigen, freute sich über die nette Aufnahme dort. Etwas anders verhält es sich in Wittenberge. "Ich habe einen Laptop dabei. Und beim Durchblättern der Prignitzer Prospekte entdeckte ich, dass die Pension Schwesig WLAN-Anschluss hat. Das habe ich mir dann mal gegönnt", erklärt der Nachwuchsjournalist, der unter anderem Theaterrezensionen schreibt.

In den zwei Tagen hat Niko Budden einige Eindrücke von der Prignitz gesammelt. Vor allem die ländlichen Gegenden begeistern ihn: "Nur schade, dass dort so viel leersteht. Das sind wunderschöne Ecken. Wenn ich mal ein Künstlerleben führen sollte, würde ich mich hier niederlassen", sagt er und wartet auf das Kamerateam, das ihn auf dieser Tour begleitet.

Apropos Tour: Gibt es Probleme oder denkt er schon mal ans Aufgeben? "Ich habe gedacht, das Fahrradfahren wäre das Anstrengendere. Aber es ist viel schwerer, einen Schlafplatz zu finden, morgens nicht zu wissen, wo du abends einschläfst", erklärt Niko Budden. "Was das Aufgeben betrifft, es gab Momente, da wäre ich lieber zu Hause gewesen". Ist er aber nicht. Das hat einen Grund: In Oldenburg wurde er von Ex-Leichtathletikstar Heike Drechsler, Boxer Torsten May, Extremsportler Joey Kelly verabschiedet. Die Worte von Kelly lauteten: "Man muss sich ein Ziel setzen. Und Du musst durchhalten, sonst bist Du nicht mehr mein Freund".

Diese Worte haben bei Niko Budden Wirkung hinterlassen. Er packt die nächste Tasche aufs Fahrrad und geht auf der Karte schon mal in Gedanken den Weg nach Havelberg durch. Ist alles bereit, das Kamerateam eingetroffen, folgt die nächste Etappe. Dann heißt es wieder "Niko bewegt sich".


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