zur Navigation springen

Demo für Kinderstation : Wolgaster geben nicht auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bürger machen Druck: Die Kinderstation des Krankenhauses soll wieder öffnen

Der Druck auf die Landesregierung zur Wiedereröffnung einer kinderärztlichen Station in Wolgast wächst. Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Kinder- und Frauenstation, die knapp
20 000 Unterschriften für ihr Anliegen gesammelt hatte, bittet in einem Brief an die Fraktionen von SPD, CDU, AfD und Linke sowie an Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) um ein Gespräch. Ziel sei es, künftig wieder eine kinderstationäre Behandlung in Wolgast zu gewährleisten, sagte Initiativen-Sprecherin Anke Kieser.

Dass der Brief auch an die AfD gehe, sei wohlüberlegt. Schließlich habe mit dem Rechtsprofessor Ralph Weber ein AfD-Mann das Direktmandat in Wolgast gewonnen. Damit stehe er auch in der politischen Pflicht, sagte Kieser. In dem Wahlkreis Wolgast/Usedom waren 32,4 Prozent der Zweitstimmen auf die AfD entfallen. Kurz vor der Wahl war an der SPD/CDU-Mehrheit im Landtag eine Volksinitiative zum Erhalt der beiden Stationen gescheitert.

Ende 2015 waren die Stationen für Kinder und Gynäkologie/Geburtshilfe geschlossen worden, nachdem das Krankenhaus – Tochter der Universitätsmedizin Greifswald – ein Defizit eingefahren hatte. Die Universitätsmedizin steht in der Trägerschaft des Landes. Im Gegenzug baut das Krankenhaus den Bereich der Altenmedizin aus.

Als Grund für die Schließung nannte das Klinikum den demografischen Wandel. Im Gegenzug zur Schließung in Wolgast wurde zudem in Anklam eine Kinderstation eröffnet. Die Bürgerinitiative kritisiert, dass Anklam weiter von den Urlaubszentren der Insel Usedom entfernt liege.

Der nochmalige Vorstoß der Bürgerinitiative zeigte noch gestern erste Wirkung. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sollen Vertreter der Initiative für Anfang Oktober zu einem Gespräch in das Sozialministerium eingeladen werden. Regierungssprecher Andreas Timm verwies zudem darauf, dass es sich bei der Schließung der beiden Stationen nicht um alleinige Entscheidungen der Regierung handle, sie also auch nicht von dieser allein revidiert werden könne. Bislang lägen auch keine objektiven Erkenntnisse vor, die dies erforderlich machten, dämpfte Timm Erwartungen der Schließungsgegner.

Die Linksfraktion will die Schließung der Stationen erneut im Sozialausschuss thematisieren. Es müsse auch in der neuen Legislaturperiode nach Möglichkeiten gesucht werden, die Stationen zu erhalten, sagte der sozialpolitische Torsten Koplin. Auch die CDU kündigte Gesprächsbereitschaft an. Zudem reagierte die AfD: Weber habe Interesse an einem Gespräch mit der Bürgerinitiative bekundet, sagte Fraktionschef Leif-Erik Holm.

Martina Rathke

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen