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FC Hansa Rostock : Wolf will einen ganz dreckigen Sieg

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Normal wäre die DKB-Arena ausverkauft gewesen. Doch das Spiel der 2. Fußball-Bundesliga Sonntag zwischen dem FC Hansa und Dynamo Dresden findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Rostock | Normal wäre die DKB-Arena ausverkauft gewesen. Doch das Spiel der 2. Fußball-Bundesliga morgen um 13.30 Uhr zwischen dem FC Hansa und Dynamo Dresden findet wegen "Fan"ausschreitungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Es trifft neben Tausenden unschuldigen Fußballfreunden vor allem den Gastgeber hart. Denn der hat als Schlusslicht die Unterstützung seiner wahren Anhänger eigentlich bitter nötig. Zudem wird er trotz Abfederungsmaßnahmen (bereits 3224 virtuelle Tickets und über 2000 T-Shirts "Sportsgeist statt Geisterspiele" verkauft) hohen wirtschaftlichen Verlust erleiden.

"Es kriegt jeder alles mit, was du da erzählst"

Es gilt, das Beste aus der Situation zu machen. "Wir sind Letzter, haben die wenigsten Tore geschossen. Schlechter kann es also nicht mehr kommen", sagt Trainer Wolfgang Wolf und fügt hinzu: "Die Dresdner sind zu packen, auch wenn die nach ihrem 2:1-Sieg zuletzt gegen Cottbus hier mit breiter Brust auflaufen werden. Aber wir kennen ihre Stärken und Schwächen. Wir setzen auf unsere mannschaftliche Geschlossenheit, sind auf einem sehr guten Weg und brauchen jetzt einfach das Glück und die Kälte, um mal das 1:0 zu machen."

Ein Beispiel für die positive Tendenz, die er erkannt zu haben glaubt, sei Robert Müller. "Ich habe immer gehört, das ist ein Trainings-Weltmeister, aber im Spiel setzt er das nicht um. Beim 0:2 in Paderborn hat er jedoch eine gute Leistung gezeigt, und wenn er da wie alle anderen auch noch eine Schippe drauflegt, bin ich optimistisch, dass wir gewinnen können. Wie, ist mir egal. Wir brauchen einen, wenn nötig, ganz dreckigen Sieg. Da können die uns auch nachschreien, das war unverdient…"

Robert Müller selbst weiß, wie es geht: Der defensive Mittelfeldspieler erzielte beim 1:0-Heimsieg gegen Dynamo in der 3. Liga am 9. April das goldene Tor.

Er drückt ganz ähnlich wie der Coach aus, worauf es morgen ankommen wird: "Wir müssen an das anknüpfen, was wir in Paderborn im Ansatz gut gemacht
haben, unsere Chancen verwerten und mal wieder in Führung gehen (zuletzt beim einzigen Saisonsieg, dem 2:0 gegen 1860 München am 14. Oktober - d. Red.)." Wie die meisten seiner Kollegen hat es auch der gebürtige Schweriner noch nicht erlebt, ein Punktspiel vor der Kulisse einer Übungseinheit bestreiten zu müssen. "Ich spreche aus keiner Erfahrung. Ich bin auch sehr gespannt. Es wird sicherlich ungewohnt ruhig sein. In so einer riesigen Sportstätte wird alles gehört und gesehen. Aber zumindest können wir uns gut verständigen", so Robert Müller.

Wolfgang Wolf hatte ja ebenso wie sein damaliger und jetziger Schützling Marek Mintál mit dem 1. FC Nürnberg schon einmal das "Vergnügen" eines "Geisterspiels" (2. Bundesliga 2003/04 bei Alemannia Aachen 2:3) und weiß: "Du musst dich komplett zurückhalten, weil jeder alles mitkriegt, was du da erzählst. Es wird auf jeden Fall nicht einfach für beide Seiten. In Aachen waren seinerzeit rund ums Stadion Fangesänge zu hören, aber ansonsten war das wie ein Freundschaftsspiel. Die Gefahr ist da, dass das in solch einen Charakter verfällt. Deshalb müssen wir sofort die Spannung haben, die Ruhe finden und auch ohne Publikum das Spiel kontrollieren. Wichtig wird nicht die Kulisse sein, sondern mit welcher Einstellung wir in die Partie reingehen."

Wenn auch der FC Hansa weder in der 3. Liga (A 2:2, H 1:0) noch im Hinspiel der laufenden Saison (A 1:1) gegen Dresden verlor, so ist er deshalb keineswegs der Favorit. Der Mitaufsteiger steht mit zehn Punkten mehr als die Rostocker im gesicherten Mittelfeld ungleich sorgloser da - ein klarer mentaler Vorteil für die Gäste.

Den Druck hat allein der FCH. Wolfgang Wolf versucht ein bisschen davon zu nehmen: "Wenn wir verlieren, wäre das ein Rückschlag, aber davon ginge die Welt auch nicht unter. Ich hoffe, dass wir mit Ablauf des alten Jahres alles

Negative hinter uns lassen und noch der eine oder andere Stürmer uns verstärken wird."

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erstellt am 16.Dez.2011 | 08:07 Uhr

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