Trotz Leerstand in MV : Wohnungsbau fördern

 
 

In MV stehen viele Wohnungen leer. Dennoch fordert Linke Landesprogramm für Neubauten

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11. November 2015, 21:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Bauminister Harry Glawe (CDU) lässt nach Ansicht der Linken leichtfertig Bundesmittel für den sozialen Wohnungsbau in Millionenhöhe ungenutzt. ab 2016 könne das Land jährlich etwa 42 Millionen Euro an zweckgebundenen Mitteln beanspruchen. „Im Haushaltsentwurf für 2016 und 2017 finden sich aber gerade einmal neun Millionen Euro pro Jahr für die Wohnraumförderung“, beklagte gestern Regine Lück, wohnungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag. Jeweils vier Millionen Euro seien für den Anbau von Fahrstühlen vorgesehen, fünf Millionen für Darlehensförderungen. „Noch nie wurde weniger für die Wohnraumförderung eingeplant“, sagte Lück.

Vor allem in den Universitätsstädten Rostock und Greifswald mit vielen Studenten sei bezahlbarer Wohnraum kaum noch zu finden. Und in den touristischen Zentren entlang der Küste suchten Hotel- und Gaststättenmitarbeiter immer öfter vergeblich nach einer finanzierbaren Wohnung. „Das Credo von Minister Glawe, bei Wohnungsknappheit hier und Leerstand dort sei durchschnittlich alles in Ordnung und es bestehe kein Anlass zum Handeln, ist völlig falsch. Wir können die leerstehenden Häuser nicht einfach dorthin transportieren, wo Mangel herrscht“, begründete Lück ihre Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung für den Wohnungsbau.

Lück geht davon aus, dass die Unterbringung von Flüchtlingen den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum drastisch erhöht und vor allem in Ober- und Mittelzentren die Situation verschärft. „Dort, wo Leerstand ist, will keiner hin, weil Infrastruktur, Nahverkehrs- und Arbeitsangebote fehlen“, erklärte Lück. Deshalb werde es auch weiterhin den Abriss von überzähligen Wohnungen geben müssen. „MV braucht dringend eine wohnungspolitische Strategie, die die regional äußerst unterschiedliche Wohnungsmarktsituation im Land berücksichtigt.“

Lück begrüßte die Ankündigung Glawes, mithilfe staatlicher Zuschüsse leerstehende Wohnungen für die Flüchtlingsunterbringung nutzbar zu machen. „Flüchtlinge, die ihre Zukunft bei uns aufbauen wollen und dann zunächst Grundsicherung beziehen, brauchen Wohnraum. Genau wie alle anderen Haushalte, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind“, sagte sie. Die zunächst dafür ins Auge gefasste Reaktivierung von 1500 Wohnungen sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein.  

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