Wohnungs-Einbrüche nehmen drastisch zu

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13. Mai 2013, 07:53 Uhr

Schwerin | Zahlen, die erschrecken: In Mecklenburg-Vorpommern werden im Durchschnitt täglich vier Wohnungen aufgebrochen und ausgeräumt. Insgesamt 1413 Wohnungseinbrüche registrierte die Polizei 2012 - eine Zunahme von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein besonders hoher Anstieg ist laut aktueller Kriminalitätsstatistik im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 67,9 Prozent zu verzeichnen. Auch der Landkreis Rostock mit einer Zuwachsrate von 20,8 Prozent, Nordwestmecklenburg mit 17,1 Prozent Zunahme und die Stadt Rostock mit 10 Prozent schlagen Alarm.

"Gerade Einbrüche haben enorme Auswirkungen auf das Sicherheitsgefühl der Menschen, weil die Täter tief in die Privatsphäre der Opfer eindringen", sagt Christian Schumacher, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Mehr Anstrengungen zur Bekämpfung dieser Kriminalitätsform fordere die GdP seit Jahren. "Die Ermittlungen sind personalintensiv, darum brauchen wir hier mehr Beamte", so Schumacher. Bessere Aufklärungsergebnisse und mehr gestellte Tatverdächtige wären die beste Prävention.

Während die Gesamtaufklärungsquote der Polizei im vergangenen Jahr bei 57,5 Prozent lag, wurde bei Wohnungseinbrüchen lediglich jede dritte Straftat aufgeklärt. Dabei gehen die Täter immer dreister vor. In 620 Fällen brachen die Banden sogar am helllichten Tag in Häuser ein. Im Jahr zuvor waren es noch 588 Tageseinbrüche.

Die Polizei konnte im vergangenen Jahr landesweit 416 Einbrecher festnehmen - 73 weniger als im Jahr zuvor. 50 der Festgenommenen waren Ausländer. Unter ihnen stellten Polen mit 34 Tatverdächtigen die größte Gruppe. Außerdem kamen drei Einbrecher aus Kasachstan und jeweils zwei aus Albanien und Italien. Der Schaden durch Wohnungseinbrüche in Mecklenburg-Vorpommern wird von der Polizei mit mehr als 2,9 Millionen Euro angegeben und hat mit 34,5 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor deutlich zugenommen. Die Schadenssumme sei hoch, weil sich "in immer mehr Haushalten teure elektronische Geräte wie Laptops, Tablet-PCs und Smartphones befinden", sagte Jörg von Fürstenwerth, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Bundesweit ist die Zahl der Einbrüche 2012 verglichen mit dem Vorjahr um 8,7 Prozent auf 144 117 Fälle gestiegen. Nach der neuesten Kriminalitätsstatistik, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) morgen vorstellen will, hat Niedersachsen mit 24 Prozent die höchste Steigerungsrate bei Einbrüchen.

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