Explosion Malchow : Wohnhaus nur noch Ruine

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In Malchow liegt am 13. Juli 2015 ein Wohnhaus nach einer Gasexplosion in Trümmern. Mindestens zwei Menschen wurden bei dem Unglück schwer verletzt. Foto: dpa

Eine Explosion hat in Malchow ein zweistöckiges Wohnhaus in Schutt und Asche gelegt und zwei Nachbarhäuser beschädigt. Zwei Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Experten suchen im Keller der Ruine nach der Ursache.

svz.de von
14. Juli 2015, 09:43 Uhr

Die Suche nach der Ursache für die schwere Gasexplosion am Montag in Malchow (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) gestaltet sich komplizierter als angenommen. Die Gutachter gelangten wegen der vielen Trümmer bis gestern Nachmittag noch nicht in das verschüttete Kellergeschoss des eingestürzten Hauses, wie Polizeisprecherin Karen Lütge erklärte.

Im Keller erhoffen sich die Sachverständigen Hinweise, ob eine Undichtigkeit im Gasleitungssystem oder ein Bedienfehler zum Gasaustritt führte. Noch sei unklar, wann es ein Ergebnis zur konkreten Unglücksursache gebe.

Bei dem Unglück hatte ein Ehepaar – ein 72 Jahre alter Mann und eine 71-jährige Frau aus Malchow, das sich um das Haus kümmerte – schwere Brandverletzungen erlitten. Beide hatten gerade nach dem Rechten gesehen, als sich die Explosion ereignete. Sie wurden von Anwohnern erstversorgt und in Spezialkliniken nach Berlin und Lübeck geflogen.

Ihr Zustand, der am Montag als lebensgefährlich eingeschätzt wurde, sei unverändert kritisch, hieß es am Dienstag. Technisches Hilfswerk und Feuerwehr hatten bis in die Nacht hinein Trümmer abgeräumt und zwei Nachbarhäuser stabilisiert.

Die Schadenshöhe wird auf 350000 Euro geschätzt. „Der Schaden ist doch größer als bisher angenommen“, sagte Malchows Bürgermeister Rene Putzar (parteilos). So seien zwei Nachbarhäuser stark beschädigt, bei einem Haus musste die Seitenwand abgestützt werden, Feuerwehrleute berichteten von durchgebrochenen Balken im Fachwerk. Eines dieser Nachbarhäuser war unbewohnt, die Bewohner des anderen Hauses seien anderweitig untergebracht worden. „Es sieht dort immer noch aus wie ein Trümmerfeld“, sagte Putzar. Die statische Prüfung der Häuser ist noch nicht abgeschlossen.

Das zerstörte zweistöckige Haus war erst vor wenigen Jahren modernisiert worden und gehört auswärtigen Eigentümern, die noch am Wochenende in Malchow gewesen sein sollen. Sie sollen noch dazu befragt werden. Feuerwehrleute berichteten, dass der 72-Jährige noch Gasgeruch wahrgenommen habe, als er am Montag das Haus betrat. Um eine Explosion auszulösen, reiche in solchen Fällen schon die Betätigung eines Lichtschalters. Die Ruine wird derzeit als Tatort von der Polizei gesichert, Feuerwehr und Technisches Hilfswerk wurden wieder abgezogen. Die Mühlenstraße ist wieder frei befahrbar.

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