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Baumhausdorf an der Ostsee : Wohnen in der Wabe

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Ab Sonntag können Gäste in Beckerwitz ein neues Wohngefühl erleben: Sie übernachten in Norddeutschlands erstem Baumhausdorf in bienenwabenförmigen Hütten. Über Oster seien die sechs Wabenhäuser schon ausgebucht.

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erstellt am 30.Mär.2012 | 11:21 Uhr

Beckerwitz | Mit Hammer und Säge passen Handwerker die letzten Bretter hoch oben zwischen den Bäumen ein. Herbergsmutter Rita Streif bezieht noch die letzten Betten. Dann können die ersten Gäste ab Sonntag in Beckerwitz an der Wismarbucht ein ganz neues Wohngefühl erleben: Sie übernachten in Norddeutschlands erstem Baumhausdorf in bienenwabenförmigen Holzhütten. Über die Osterferien seien die sechs Wabenhäuser der "Grünen Wiek" schon ausgebucht, bis zum Herbst gebe es Anmeldungen vieler Familien, Vereine und Schulklassen für die Designerunterkünfte.

Ein großes Erlebnis sei so eine Nacht direkt in der Natur, meint die Herbergsleiterin. "Ein Wabenhäuschen bietet viel Freiheit, ein bisschen Abenteuer und zugleich einen Rückzugsraum für Familien." Eröffnet werden die Neubauten am Montag. Die Beckerwitzer Bienenwaben, eine Erweiterung des alten 100-Betten-Hauses nahe der Hansestadt Wismar, sollen frischen Wind in das gut 100 Jahre alte Jugendherbergswerk an der Ostsee bringen, wie Sprecherin Kathrin Röder sagt. "Wir hoffen insgesamt auf einen Imagegewinn und mehr Zulauf."

Angelockt werden sollen vor allem Familien, die sich bislang wenig vom Jugendherbergsgedanken angesprochen fühlten. "Nicht jeder mag Doppelstockbetten und Sechser-Quartiere." Pärchen mit Kindern seien gern mal unter sich, nur für Essen und Freizeit suchten sie Geselligkeit - die Idee der Wohnwaben war geboren, wie Architektin Stefanie Henneke vom Studio Nordost Wismar erklärt.

Helle Kiefer und freundliche Lärche dominieren die spartanischen Domizile mit Bienenambiente. Jedes der Häuschen besteht aus vier übereinander gestapelten sechseckigen Räumen - einer offenen Wabe als Terrasse sowie drei geschlossenen Wohn- und Schlafstuben. Sechs Plätze bietet so eine Hütte für Ferien "in den eigenen vier Waben".

Sogar ein Doppelbett - sonst unüblich in Jugendherbergen - sei dabei, betont Henneke. "Puristisch" gestaltet bieten die Holzhäuser weder Schrank noch Fernseher, wie sie sagt. Dafür gewähren große Fenster eine freie Sicht auf Bäume und wogende Felder - aus der Bienenperspektive sozusagen.

"Jugendherbergen sind längst nicht mehr so verstaubt, wie viele uns noch aus ihrer eigenen Schulzeit kennen", betont Verbandssprecherin Röder. Angesichts des demografischen Wandels wollten die Herbergen in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend auch älterem Publikum mit höheren Ansprüchen gerecht werden. Bereits jetzt stellten Familien mit 30 Prozent vor Schulklassen, Vereinen und Einzelreisenden die größte Gästezahl.

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