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Angst vor Schweinepest : Wohin mit dem Wildfleisch?

vom
Aus der Onlineredaktion

Jäger in MV sollen mehr Schweine erlegen. Doch es gibt Probleme mit der Verwertung des Wildbrets.

svz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Nach dem Aufruf zur massiven Jagd auf Wildschweine hat sich die Geschäftsführerin des Landesjagdverbandes, Kati Ebel, optimistisch geäußert, die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte jüngst im Landtag an die Jäger appelliert, die Wildschweinstrecke im laufenden Jagdjahr auf 75 000 bis 80 000 Tiere zu erhöhen. Im vergangenen Jahr waren rund 60 700 Wildschweine erlegt worden.

Ebel sagte, die Zahlen seien realistisch. „2010 wurden schon einmal 76 000 Schweine erlegt.“ Ein Problem sieht sie aber in der Verwertung des Wildbrets: „Die Preise für Schwarzwild sind im Keller.“ Pro Kilogramm würden etwa 80 Cent gezahlt. Es könne auch weniger sein, wenn ein Schuss nicht optimal saß. In Hoch-Zeiten seien es ab 1,50 Euro aufwärts gewesen. Derzeit sei zu viel Wildschweinfleisch auf dem Markt. Immerhin bekämen die Jäger das Wildbret noch abgenommen, sagte Ebel. Kostendeckend sei das für den Jäger nicht.

Wenn Großhändler die Tiere nicht kaufen, könnten Jäger das Fleisch nur privat vermarkten. So weit, dass Wildschweine über die Tierkörperverwertung entsorgt werden müssen, dürfe es nicht kommen. Es wäre eine Schande, Lebensmittel zu verwerfen, sagte Ebel. Grund für die Forderung nach intensiverer Bejagung ist die Bedrohung von Wild- und Hausschweinen durch die Afrikanische Schweinepest.

Die Seuche ist für Menschen ungefährlich, für Schweine aber tödlich. Es wird befürchtet, dass Wildschweine aus Polen und Tschechien die Krankheit nach Deutschland einschleppen. Die Jäger seien motiviert zur Schwarzwildjagd, sagte Ebel. „Wir sehen uns in der Verantwortung, Wildseuchen zu verhindern.“ Viele Jäger seien auch Bauern und hätten ein doppeltes Interesse daran, das Schwarzwild zu reduzieren. Es richte auf Äckern und Grünland viele Schäden an.

Im Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern wurde nach Angaben einer Sprecherin eine Expertengruppe gegründet, die einen Maßnahmeplan zur Reduzierung der Schwarzwildbestände erarbeitet. Agrarminister Till Backhaus stellt ein Sofortprogramm in Aussicht, das auch die Vermarktung des Fleisches einschließt.

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