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Tierangriffe in MV : Wölfe töten Schafe auf dem Darß

vom
Aus der Onlineredaktion

Nach totem Ochsen erneute Angriff auf Weidetiere

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2017 | 20:45 Uhr

Nach der mutmaßlichen Wolfsattacke auf ein Rind am Mittwoch im Kreis Ludwigslust-Parchim sind am Donnerstag weitere Angriffe auf Weidetiere bekannt geworden. So hat vermutlich ein Wolf am 1. August in Prerow auf dem Darß zwei Schafe gerissen und zwei weitere verletzt, von denen eines später starb, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Der Gutachter schließe einen Riss durch einen Wolf nicht aus. Gewissheit würden aber erst die Ergebnisse der Genetikproben bringen.

Landwirte fordern wirksame Gegenmaßnahmen gegen die Wolfsübergriffe. „Wir haben heute Morgen wohl die nächste Wolfsattacke gehabt“, sagte der Geschäftsführer der Niendorfer Landerzeuger GmbH, Hans-Werner Mau, zu welcher der am Mittwoch bei Schlesin getötete Jungochse gehörte.

Die Herdenbetreuer hätten zwei sonst getrennte Herden von 100 und 70 Rindern völlig verängstigt zusammen auf einer Koppel gefunden. Die Mitarbeiter hätten die Ochsen knapp hindern können, auf eine Straße zu laufen. „Die Raubtiere müssen endlich lernen, sich von Rindern fernzuhalten“, sagte Mau. Das müsse zur Not auch mit Schüssen sein. „Niemand will Wölfe ausrotten, aber unsere Rinder haben auch ohne die Vorfälle genug Stress durch das feuchte Wetter und Mücken.“ Mitarbeiter hatten am Vortag ein rund 400 Kilogramm schweres Jungrind tot und fast aufgefressen bei Schlesin gefunden. „Das müssen sechs Wölfe gewesen sein.“ Ein Gutachter hält einen Wolfsangriff für möglich, auch weil dort gleich zwei Rudel leben. Ein Gentest steht aber noch aus. Der zuständige Kreisbauernverband hatte „regulatorische Maßnahmen“ gegen die Wolfsausbreitung gefordert. Der Betrieb hatte schon Ende 2016 eine Kuh an Wölfe verloren.

 

Der Vizepräsident des Landesbauernverbandes, Manfred Leberecht, forderte eine bessere Vorbeugung. „Es ist nun der zweite Übergriff auf eine Rinderherde in dieser Region. Das ansässige Wolfsrudel scheint gelernt zu haben, dass auch unsere großen Nutztiere eine leichte Beute sind“, sagte er. Die Prävention vor Wolfsübergriffen müsse intensiviert und der „Managementplan Wolf“ überarbeitet werden.

Im Nordosten leben laut Schweriner Agrarministerium mindestens drei Wolfsrudel und mehrere Wolfspaare.

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