Wildtierzuwachs in MV : Wölfe im Anmarsch

Wieder zurück: In MV haben sich mindestens zwei Wolfspaare angesiedelt.
Wieder zurück: In MV haben sich mindestens zwei Wolfspaare angesiedelt.

Umwelt- und Tierschützer werben für mehr Toleranz / BUND will Wolfszentrum einrichten

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13. März 2015, 21:00 Uhr

Wildtierzuwachs in MV: Umweltschützer gehen davon aus, dass sich Wölfe künftig landesweit ausbreiten werden. Nachdem die beiden in der Lübtheener Heide und in der Ueckermünder Heide lebenden Wolfspaare in diesem Jahr Nachwuchs aufgezogen hätten, würden sich die Tiere auch Richtung Norden ausbreiten, erklärte Corinna Cwielag, Landeschefin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND) im Vorfeld eines Spitzentreffens auf einer Wolfs-Tagung in Güstrow. Bislang gilt in MV das halbe Land in einem Streifen entlang der Landesgrenze zu Brandenburg als Wolfsgebiet. In der Region Sternberg wird ein Tier vermutet, ein Wolf zwischen der Prignitz und Parchim, ein Rüde zwischen der Kyritz-Ruppiner Heide und dem Altkreis Mecklenburg-Strelitz. Nach EU-Kriterien vertrage das zentraleuropäische Flachland, zudem neben Norddeutschland auch Teile Polens gehörten, für den Erhalt einer gesunden Population bis zu 1000 Wölfe – etwa 333 Rudel. Danach könnte Deutschland 160 Rudeln Platz bieten, ein großer Teil in MV, erklärte Cwielag.

Wölfe im Anmarsch: Nach der Ausbreitung der unter Schutz stehenden Tiere wolle die heutige Fachtagung für mehr Toleranz gegenüber den Wölfen werben, sagte Cwielag: „Wir wollen zwischen Angst und Wolfsromantik vermittelt.“ Der seit 2010 geltenden Wolfs-Managementplan regele zwar einen Schadensausgleich für Tierhalter und gebe Hilfe zur Prävention etwa durch Zuschüsse für höhere Weidezäune. Es fehle aber an Aufklärung. Es müssten künftig mehr Kenntnisse über die Biologie und die Verhaltensweise der Tiere vermittelt werden – beispielsweise in einem Wolfszentrum im Umweltpark Güstrow, forderte Cwielag. Dort sollten alle Daten zur Ausbreitung des Wolfes in MV gesammelt werden, die Informationen gebündelt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Für die Rückkehr des Wolfes in sein altes Verbreitungsgebiet wollten Umwelt- und Tierschützer aber auch die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern gewinnen. „Eine der größten Aufgaben“, sagte Cwielag: „Wir brauchen Wolfsfreunde.“ Die Waidleute in Wolfsgebieten hatten sich in den vergangenen Wochen über zurückgehende Wildbestände beklagt. Zwar gebe es ein verändertes Wildverhalten, aber ein Rückgang des Wildbestandes durch den Wolf sei nicht erkennbar, erklärte Cwielag. Zuletzt hatte vor allem die CDU immer wieder Abschuss von Wölfen in Sonderfällen und klare Bestandsgrenzen gefordert. Der Ruf zur Flinte stehe nicht zur Diskussion, wehrte Cwielag entsprechende Forderungen ab. Der Wolf stehe und bleibe unter Schutz.  

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