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Ministerium nach Analyse : Wölfe haben Rinder und Schafe attackiert

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Was viele Bauern ahnten, ist jetzt klar: Die kürzlich getöteten Rinder und Schafe im Nordosten gehen auf das Konto von Wölfen. Das haben Gen-Untersuchungen erwiesen. Ob einige Raubtiere ihre Scheu gegen Rinder ganz verloren haben, sollen weitere Tests zeigen.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 11:26 Uhr

Wölfe haben in Mecklenburg-Vorpommern in einem Monat drei Rinderherden und einmal Schafe attackiert und dabei etliche Tiere getötet. Das haben die genetischen Untersuchungen des Senckenberg-Instituts (Müncheberg) bestätigt, wie eine Sprecherin des Agrarministeriums in Schwerin am Dienstag sagte. Betroffen waren zweimal ein Agrarbetrieb mit Kälbern aus Plöwen (Kreis Vorpommern-Greifswald), ein Rinderhalter in Schlesin (Kreis Ludwigslust-Parchim) sowie ein Schäfer in Prerow (Kreis Vorpommern-Rügen). Die Fälle, vor allem die gehäuften Angriffe auf Rinderherden, hatten bei Bauern auch über Mecklenburg-Vorpommern hinaus für große Unruhe und Forderungen nach dem Einsatz von Jägern gesorgt.

Die Wolfsattacken ereigneten sich am 21. Juli sowie am 1., 9. und 13. August. Die Raubtiere rissen zweimal Kälber auf zwei Weiden bei Plöwen, obwohl die Mutterkühe ebenfalls dort waren. Die Rinderhalter vermuten deshalb, dass mehrere Wölfe angegriffen und die Mutterkühe bei der Attacke in Schach gehalten haben. Für besonderes Aufsehen sorgte der Angriff auf einen rund 400 Kilogramm schweren Ochsen bei Schlesin, der halb aufgefressen gefunden wurde. Die betroffene Rinderherde war von ihrer Weide ausgebrochen. Der Ort liegt zwischen den Territorien von zwei Wolfsrudeln in der Lübtheener und der Kalißer Heide.

Der gleiche Betrieb in Westmecklenburg hatte vor fast einem Jahr schon einmal eine rund 400 Kilogramm schwere Jungkuh an die Raubtiere verloren. In Prerow waren drei Schafe getötet worden.

Wie die Sprecherin erklärte, sei noch nicht klar, ob die Attacken von den jeweils gleichen Wölfen ausgingen. Genetische Untersuchungen dazu laufen noch. Bauern und andere Tierhalter befürchten, dass Wölfe solch ein Verhalten gegen Rinder lernen und damit zu einer großen Gefahr für die offene Weidetierhaltung und Verkehrsteilnehmer werden können. Grund sei der strenge Schutzstatus und dass Wölfe keine Scheu entwickeln würden, wenn nicht auf sie geschossen werde.

Das Schweriner Ministerium hatte erklärt, das „verhaltensauffällige Wölfe“ auch getötet werden könnten. Das erfordere aber exakte Nachweise. Die Bauernverbände Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und weitere Agrar- und Zuchtverbände fordern ein Ende der unkontrollierten Ausbreitung des in Europa streng geschützten Wolfes.

In Deutschland leben derzeit mindestens 47 Rudel, mehrere Wolfspaare und Einzeltiere, so dass Experten mit mindestens 500 Raubtieren rechnen.

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