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Parchim/Goldberg : Wölfe auch bei Bergrade gesehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Naturschutzbund NABU klärt über die Tiere auf: „Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben“

Wölfe vor unserer Haustür: Anfang Januar wurden die Tiere bei Neustadt-Glewe und Stolpe gesehen. Das war nicht das erste Mal. Auch bei Bergrade sind schon Wölfe aufgetaucht.

Der letzte freilebende Wolf wurde in Mecklenburg im l8. Jahrhundert erlegt und ist im Goldberger Museum zu besichtigen. Die ersten Wölfe wurden seit 1990 in Deutschland gesehen. Es handelte sich um Wölfe aus dem Osten. Seit 15 Jahren leben sie in freier Wildbahn in Deutschland in den Bundesländern Sachsen, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen (allein fünf Wolfsfamilien). Aktuell leben inzwischen 35 Wolfsfamilien in der freien Wildbahn verteilt in diesen Bundesländern. In MV wurden Wolfssichtungen in der Sternberger Seenlandschaft, seit 2010 Lübtheener Heide (Rudel mit fünf Jungen), Retzower Heide, Kyritz-Ruppiner Heide, Ueckermünder Heide (Rudel mit vier Jungen) und ein wandernder Wolf auf der Insel Koos gemeldet. Neue Wolfssichtungen sind auf einem Acker bei Neustadt-Glewe (SVZ vom 4.1. 2015) und an der Autobahn A 24 nahe des Rastplatzes Stolpe passiert. Auch aus dem Landkreis Parchim liegen frühere Wolfssichtungen aus der Gegend von Bergrade und Neuhof-Möderitz vor. Nach Auskunft des Forstamtes Kiekindemark handelt es sich um Spuren des Wolfes.

In Bergrade wurde ein Reh von einem Wolf gerissen. Seit 2007 stellt man Wolfsrisse in MV fest. Insgesamt wurden von 2007 bis 2014 über 20 Wolfsrisse beobachtet. Wolfsbeobachtungen und Wolfsrisse sind dem Wolfsmonitoring zu melden. Für unsere Region ist das das Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie als zuständige Stelle beim Wolfsmonitoring in MV. Vom NABU wurde ein Forschungsprojekt „Wolf“ finanziert, bei dem Wölfe mit einem GPS-Halsband ausgestattet werden, um ihre Biologie und Okologie zu erforschen. Wölfe haben eine lebenslange Partnerschaft. Die Ranzzeit beginnt im Frühjahr. Mit zunehmender Größe eines Wolfes benötigt er ein anderes Revier. Deshalb streifen sie auf der Suche nach geeigneten Partnern über 100 Kilometer weit bis in unsere Region. Tatsache ist, dass wir uns mit dem Wolf arrangieren müssen. In MV gehört er mittlerweile zum Alltag. Wölfe sind in Deutschland zurzeit geschützt.

Nabu-Wolfsexperte Markus Barthen berichtet, dass es sich bei Wolfssichtungen auch um einen Tschechischen Wolfshund handeln könnte. Die Hunderassen Tamaskan, Tschechischer Wolfshund und Saarlooswolfshund entstanden aus einer Kreuzung aus Schäferhunden und Wölfen. Größe, Fellfärbung und Kopf ähneln denen des Wolfes. Die NABU-Broschüre „Willkommen Wolf! Gekommen, um zu bleiben“ kann man über den NABU beziehen unter Tel: 05 11-898138. Diese Broschüre enthält Infomaterial über den Wolf, sowie Infografiken und Karten auch zahlreiche Naturaufnahmen von ausschließlich in Deutschland freilebenden Wölfen. Wer jetzt noch Angst hat vorm „bösen Wolf“ ist selber schuld. Der 30. April ist übrigens der Tag des Wolfes.

 

 

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