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Unter löchrigem Dach unterrichtet : Wöbbeliner Schule droht das Aus

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Der Schulstandort Wöbbelin ist in Gefahr. Grund dafür ist das Dach der Grundschule, das sich in einem katastrophalen Zustand befindet. Schnee und Regen können sich ungebremst den Weg ins Gebäudeinnere bahnen.

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2012 | 10:16 Uhr

Wöbbelin | Der Schulstandort Wöbbelin ist in Gefahr. Grund dafür ist das Dach der Grundschule, das sich nach Aussagen von Bürgermeisterin Viola Tonn und der Amtsverwaltung in einem katastrophalen Zustand befindet. Schnee und Regen können sich ungebremst den Weg ins Gebäudeinnere bahnen. Die Möglichkeiten der Sanierung standen im Mittelpunkt der jüngsten Beratung der Gemeindevertretung Wöbbelin. Die Kommune muss aber auch in weiteren Dingen finanziell aktiver werden. Und das vor dem Hintergrund eines nicht ausgeglichenen Haushalts und der Auflage eines Haushaltssicherungskonzeptes.

Nachdem Bürgermeisterin Viola Tonn im Versammlungsraum am Sportplatz die Fragen von Einwohnern beantwortet und auch Anfeindungen aus den Reihen der Zuhörer überstanden hatte, ging es ausschließlich um die fundamentalen Probleme. Das unter den kommunalen Fingernägeln brennendste Problem - die Grundschule muss saniert werden. Wie und in welchem Umfang die Sanierung bewerkstelligt werden soll, das bleibt vorläufig unter den Mitgliedern der Gemeindevertretung strittig. Denn das Geld in der Haushaltskasse wird auch in Wöbbelin weniger. Zudem sinken die Zuweisungen vom Land rasant in den Keller: Seit dem Jahr 2008 bis zum Ende 2011 waren es 145 000 Euro weniger.

"Der Zustand des Schuldaches ist katastrophal. Wird nichts getan, dann muss die Schule geschlossen werden", beschrieb die Bürgermeisterin die dramatische Situation. Dass solche Folgen eintreten können, das relativierte die erste Frau der Gemeinde dann im nächsten Satz, um letztlich wieder dieses Damoklesschwert in Betracht zu ziehen. Viola Tonn sprach sich dafür aus, dass mit einem neuen Dach auch in einem Atemzug die energetische Sanierung des Gebäudes vonstatten gehen muss. Kostenpunkt: 253 000 Euro ohne Förderungsanteil. Die Möglichkeit der alleinigen Reparatur zieht nicht einmal mehr die Verwaltung in Betracht, war zu erfahren.

Im Ergebnishaushalt der Gemeindekasse klafft ein Finanzloch von 183 800 Euro, weil nur 741 400 Euro Einnahmen vorzuweisen sind, erläuterte Kämmerin Melanie Adler im Gespräch mit der SVZ in der Amtsverwaltung. Wie die Kommunalaufsicht das Beibehalten der Hebesätze der Gemeinde Wöbbelin einordnen wird, das zeigt sich wohl erst in der Zukunft, wenn das Guthaben der Gemeinde aufgebraucht sein wird. Als Faktum bleibt vorerst, dass die Grundsteuerhebesätze A (200%) und B (300) sowie die Gewerbesteuer (300) einvernehmlich beschlossen sind.

Wenngleich der Finanzhaushalt trotz 805 400 Euro an Auszahlungen und 495 700 Einzahlungen doch noch gut gepolstert bleibt, so muss ein Haushaltskonsolidierungskonzept vorgelegt werden. Wie Einsparungen erzielt werden, dass wurde unterschiedlich am Sitzungstisch von den Gemeindevertretern gesehen. Bürgermeisterin Tonn und die Mehrheit der Gemeindevertreter zieht - wie auch die Verwaltung - nicht in Betracht, nur das Dach und die Konstruktion zu erneuern. Das würde bedeuten, dass die Gemeinde diese Baumaßnahme wohl weitestgehend allein tragen müsse. Die mit am Schulgebäude beteiligten Gemeinden Lüblow und Rastow werden sich wohl nicht finanziell einbringen, lehnte Tonn den Vorschlag von Gemeindevertreter Rolf Schubring ab.

Die Straßenbeleuchtung wird in Wöbbelin auf so genannte LED-Lampen umgestellt. Diese Lichtspender können auf längere Sicht messbare Einsparungen bringen, wagte Tonn den Blick nach vorn. Zuerst aber kostet diese Erneuerung jedoch 83 000 Euro im laufenden Jahr und nochmals 20 000 Euro in 2013. Und auch die Anschaffung eines neuen Multicar-Nutzfahrzeuges für die Gemeinde ist mit 50 000 Euro im Haushalt veranschlagt.

Gemeindevertreter Schubring enthielt sich bei der Abstimmung über die Haushaltssicherung. Für ihn sei das Zahlenwerk nicht schlüssig, zumal 50 000 Euro für Beratungs-, Gutachter- und Anwaltskosten einen zu großer Batzen ausmacht. Bürgermeisterin Tonn meinte, dass die Anwaltskosten für Klagen gegen die zentrale Abwasserentsorgung in Höhe von rund 14 000 Euro den geringeren Teil dieser Haushaltsstelle ausmachen würden.

Die Summe an Prozess- und Anwaltskosten kam zu Stande, weil die klageführende Gemeinde Wöbbelin vor Gericht gleich mehrmals unterlegen war; der Abwasserentsorger ZkWAL so ohne Kosten aus diesen Verfahren hervorging, informiert gestern Geschäftsführer Stefan Lange auf SVZ-Anfrage.


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