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Spur führt nach Teterow : Wo ist das geklaute Postauto?

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Noch immer beschäftigt die Einwohner der Gemeinde bei Goldberg ein Thema: Das gestohlene Postauto vom Sonnabendnachmittag. Es gibt Hinweise dass in Techentin ein Fremder gesehen wurde.

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 05:24 Uhr

Techentin/Goldberg | Noch immer beschäftigt die Einwohner der Gemeinde Techentin bei Goldberg ein Thema: Das gestohlene Postauto vom Sonnabendnachmittag. Laut Polizei führt eine erste Spur nach Teterow. Dort soll der mutmaßliche Dieb am Sonntag das Postauto getankt und die Zeche geprellt haben. "Wir müssen davon ausgehen, dass der mutmaßliche Dieb noch immer mit dem gelben Postauto unterwegs ist", sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Derzeit gehen die Ermittler von einer spontanen Straftat aus. "Es gibt Hinweise aus der Bevölkerung, dass in Techentin ein Fremder gesehen wurde", so Klaus Wiechmann weiter. Aufgrund der Ermittlungen gehe die Polizei aber von keinem geplanten Angriff auf das Postauto aus.

Geschockt von der Tat sind noch immer die Anwohner Techentins. Hier und da wird geredet. Denn das hätte auch einem anderen passieren können, gesteht eine Plauerin, die in Techentin arbeitet. "Wenn ich mal schnell irgendwo was in den Briefkasten stecken muss, lasse ich den Motor oftmals auch noch an", gesteht die junge Frau. "Meine Eltern haben mir davon erzählt, dass das Postauto hier gestohlen wurde. Jetzt ist alles weg, sie hat keine Schlüssel mehr, Papiere, alles weg", erzählt eine Einwohnerin.

Der Postbotin soll es nach Aussagen der Techentiner den Umständen entsprechend gut gehen. "Sie ist noch immer geschockt. In Techentin war sie so gut wie durch, aber in Mühlenhof und Augzin hätte sie die Post noch verteilen müssen", so eine Anwohnerin. Gedanken über diesen Vorfall macht sich auch Kfz-Meister Rolf Paarmann. Er betreibt in der Gemeinde seine Autoreparatur-Werkstatt Rolf Paarmann. "Ich habe schon immer mal überlegt, was geschieht, wenn jemand hier ein Auto stiehlt. In einem Dorf wie Techentin kommt doch niemand auf die Idee ein Auto zu klauen", wundert sich der Kfz-Meister und schüttelt den Kopf. Für Rolf Paarmann ist eines sicher: "Wir werden jetzt anders verfahren. Wir werden die Zündschlüssel fortan abziehen."

Den Vorfall beobachtet hat Rolf Paarmann am Sonnabend nicht, aber gehört. "Ich habe noch die quietschenden Reifen gehört und dann gleich um die Ecke geschaut. Und da stand dann unsere Postbotin alleine da", erzählt der Techentiner, der die Zustellerin gut kennt. Laut Polizeiangaben soll die Frau noch versucht haben, die Fahrzeugtür zu öffnen, doch der mutmaßliche Täter habe sich im Auto eingeschlossen und sei dann davon gerast.

Auch der Deutschen Post sei sehr daran gelegen, dass der Fall schnell aufgeklärt werde. "Ich persönlich habe noch nie einen solchen Vorfall erlebt, aber es ist schon mal vorgekommen", sagt Martin Grundler, Pressesprecher der Deutschen Post im Bereich westliches Mecklenburg-Vorpommern, auf SVZ-Anfrage. Da sich der Diebstahl gegen Ende der Verteiler-Tour ereignete, ist der Schaden nicht ganz so groß ausgefallen. "Es waren noch zwei Pakete in dem Auto. Zu den Absendern haben wir jetzt Kontakt aufgenommen", erklärt Martin Grundler. Denn für die Pakete haftet die Deutsche Post, für verloren gegangene Briefe kommt das Unternehmen allerdings nicht auf. "Wir verteilen täglich und bundesweit rund 65 Millionen Briefe, auch Werbung. Dafür können wir nicht haften", erklärt Martin Grundler.

Die Ermittlungen der Polizei laufen noch immer auf Hochtouren. "Wenn jemand das Postauto oder den mutmaßlichen Dieb sieht, möge sich derjenige sofort an die Polizei wenden", bittet Polizeisprecher Klaus Wiechmann die Bevölkerung um Mithilfe. Dann könnten die Polizeibeamten ihre Suche nach dem Dieb sofort aufnehmen und mit der Spurensuche am Fahrzeug beginnen. Gesucht wird ein gelber VW Caddy der Deutschen Post mit dem amtlichen Kennzeichen HL-BB 107. Des Weiteren handelt es sich bei dem mutmaßlichen Dieb wohl um einen zirka 35 Jahren alten, zwischen 170 bis 180 cm großen, schlanken Mann. Er habe mittelblondes, kurzes Haar und war mit einer blauen Jeans und einem grauen Pullover bekleidet. Ihm wird jetzt auch Tankbetrug vorgeworfen.

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