Fruchtquell Getränkeindustrie : Wo in Dodow Saft und Wasser fließen

Direktsäfte, Fruchtsäfte, Nektare, Fruchtsaftgetränke, Schorlen und Wasser gehören u.a. zu den Erzeugnissen.
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Direktsäfte, Fruchtsäfte, Nektare, Fruchtsaftgetränke, Schorlen und Wasser gehören u.a. zu den Erzeugnissen.

Anlagenfahrer Manfred Hahn wirft einen prüfenden Blick auf die Flasche mit dem abgefüllten Getränk. Er vergewissert sich, dass alles in Ordnung ist. Tausende Flaschen durchlaufen derzeit die Abfüllanlagen.

svz.de von
26. Juli 2012, 10:58 Uhr

Dodow | Anlagenfahrer Manfred Hahn wirft einen prüfenden Blick auf die Flasche mit dem abgefüllten Getränk. Er vergewissert sich, dass alles in Ordnung ist mit der Produktion an seinem Arbeitsplatz. Tausende Flaschen durchlaufen derzeit die Abfüllanlagen des Dodower Getränkeproduzenten Fruchtquell und werden für den Versand bereit gestellt. Zu den Produkten, die dort u.a. hergestellt werden, gehören Direktsäfte, Fruchtsäfte, Nektare, Fruchtsaftgetränke, Limonaden, Schorlen und Mineralwasser.

Bei Fruchtquell herrscht gegenwärtig Hochbetrieb, wenngleich sich die Geschäftsführung einen doch noch wärmeren und längeren Sommer wünscht. "Der Sommer kommt bei uns jetzt noch nicht so zur Wirkung", ist von Inhaber Richard Hartinger junior zu erfahren. "Normalerweise würden wir jetzt im 4-Schicht-Betrieb laufen, das ist aber aufgrund der Absatzsituation eben nicht der Fall, und das liegt im wesentlichen am Wetter", sagte der Inhaber des Unternehmens gestern im Gespräch mit SVZ.

Viele im Land wünschen sich einen schönen und stabilen Sommer. 2011, so Hartinger weiter, sei die Produktion schon im April und dann auch noch mal in der Mitte des Jahres gut hochgefahren worden, weil eben die sommerlichen Temperaturen auf den Getränkeverkauf und schließlich auf die Produktion durchgeschlagen sind. In warmen oder gar heißen Sommern wird natürlich mehr getrunken. In diesem Jahr fällt der Sommer bis jetzt aus. Das Unternehmen läuft, was den Umsatz betrifft, den Vorjahresdaten etwas hinterher, so Inhaber Hartinger junior weiter. Aber man sei vorbereitet, die Produktion kann bis zu vier Schichten ausgeweitet werden.

Bis zu 100 Lkw verlassen täglich das Unternehmen

Jetzt verlassen 1,5 Millionen Einheiten täglich das Werk, ist von Geschäftsführer Frank Jehring zu erfahren. Das sind zwischen 80 bis 100 große Lastkraftwagen, die jeden Tag mit den unterschiedlichsten Getränken das Werk in Dodow verlassen. Beliefert werden beispielsweise die großen Ketten, wie Aldi, Edeka, Metro, Rewe, also schließlich der Lebensmitteleinzelhandel.

Mit diesem Absatz werden die 500 Arbeitsplätze im Werk gesichert. Vor allem Mitarbeiter aus der Region stehen im Unternehmen in Lohn und Brot und das teilweise schon über viele Jahre hinweg.

Und das war unter anderem ein Thema, das den Ministerpräsidenten des Landes, Erwin Sellering, beim Besuch in Dodow interessierte. Während seiner Sommertour machte er gestern früh Station in dem Inhaber geführten Unternehmen. Für ihn sei wichtig, so Sellering, dass die Mitarbeiter für ihre gute Arbeit einen guten Lohn erhalten.

Die Belegschaft in Dodow ist über Jahre stabil, erfährt der Gast, von der Geschäftsführung. Das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer betrage beispielsweise 42 Jahre, informiert ihn Geschäftsführer Frank Jehring. Und da der Betrieb ausbildet, stelle sich die Frage nach den fehlenden Fachkräften in Dodow nicht, erfährt Sellering weiter. Bei einem Betriebsrundgang verschaffte sich der Gast aus Schwerin einen Eindruck von der Situation in dem modernen Werk der Verarbeitungs-Branche und warf dabei u.a. einen Blick in das nagelneue Tanklager. Für zehn Millionen Euro ist das die jüngste Investition, die realisiert wurde. Insgesamt sind in den vergangenen Jahren in Dodow, so Richard Hartinger, an die 200 Millionen Euro für neue und hochmoderne Technik eingesetzt worden.

Zukunftspläne liegen in der Schublade bereit

Die Pläne für eine neue Presserei für Äpfel, Johannisbeeren und Sauerkirschen sind erarbeitet und werden später umgesetzt, und es wird sicherlich neue Lagerkapazitäten geben, gibt Hartinger einen Ausblick. Zu schaffen machen der Branche die extrem gestiegenen Rohstoffpreise. So ist der Zuckerpreis beispielsweise im vorigen Jahr um 50 Prozent gestiegen, und das hat Auswirkungen auf die Preisgestaltung. Und offensichtlich bauen Landwirte hierzulande lieber Mais an und interessieren sich nicht so für die Zuckerrüben.



Geschichte des Unternehmens



Seit über 50 Jahren werden in der Region um Dodow Äpfel angebaut. Sie machen den Ort zum Mittelpunkt des größten geschlossenen Obstanbaugebietes im Land. Schon zu DDR-Zeiten war die LPG „Apfelblüte“ ein florierender Betrieb. In dem Unternehmer Richard Hartinger fand die ehemalige Genossenschaft einen Partner, der die Zukunft der alten „Apfelblüte“ sichert. Neue Arbeitsplätze konnten dadurch entstehen, den Obstbauern eröffnen sich neue Perspektiven. Neben Äpfeln werden auch zahlreiche andere Früchte direkt ab Erzeuger ohne Zwischenlagerungen und Transporte vitaminschonend verarbeitet. Aus Dodow werden Supermärkte in der Region, bundesweit und auch Verbraucher in Skandinavien und Osteuropa beliefert.

Quelle: Unternehmen
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