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Anklage gegen Mutter : Wittenburg: Totes Baby in der Plastiktüte

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Mutter bestreitet Totschlag an ihrem Kind. Der Leichnam wurde zwei Jahre in einer Gefriertruhe aufbewahrt

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat eine 40 Jahre alte Frau aus dem Raum Wittenburg wegen Totschlags an ihrem neugeborenem Baby angeklagt. Die Mutter bestreitet jedoch, das kleine Mädchen getötet zu haben. Sie sagte den Ermittlern, das Kind sei ohne ihr Zutun kurz nach der Geburt im Januar 2015 gestorben. Weil sie sich nicht von ihrem toten Säugling trennen wollte, so behauptete sie in den Vernehmungen, habe sie den Leichnam gut zwei Jahre lang in einem Gefrierschrank aufbewahrt. Der kleine Leichnam wurde am 1. März dieses Jahres am Rande eines Waldstücks in Wittenburg in einer Plastiktüte gefunden. Warum er dort zwei Jahre nach dem Tod abgelegt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit.

Die Untersuchungen der Rechtsmediziner haben ergeben, dass das Kind nach der Geburt gelebt hat. Die Todesursache konnten die Experten nicht mit Sicherheit feststellen. Möglicherweise ist es erstickt, ertrunken oder auch erfroren. Die Mutter hat laut Staatsanwaltschaft ausgesagt, sie habe das Mädchen allein zur Welt gebracht. Der Vater wusste angeblich nichts von der Schwangerschaft oder von der Geburt. Vermutlich leben die beiden nicht zusammen.

Nach dem Fund der Leiche des Säuglings riefen die Ermittler öffentlich mögliche Zeugen dazu auf, sich zu melden. Sie lobten zudem eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise aus. Als dies erfolglos blieb, beraumte die sechsköpfige Sonderkommission auf der Suche nach der Mutter einen freiwilligen Massen-DNA-Test an. Sie forderten dazu 1700 Frauen aus der Region auf, die vom Alter her als Mutter infrage kamen. Bis Anfang Juli hatten rund 1200 Frauen Speichelproben abgegeben. Die 40-jährige Frau gehörte nicht dazu. Zu ihrer Verhaftung führte dann jedoch die DNA des Vaters. Laut Staatsanwaltschaft befand sich an einer Decke, in die die Mutter das tote Mädchen eingewickelt hatte, eine sogenannte Mischspur der Mutter und des Kindes. Aus dieser Mischspur konnten Rückschlüsse auf die DNA des Vaters gezogen werden. Aus welchem Grund eine DNA-Vergleichsprobe des Vaters bei der Polizei gespeichert war, behielten die Ermittler für sich.

Nachdem der Vater als Zeuge vernommen worden war, hatten die Ermittler genügend Hinweise auf die gesuchte Mutter. Sie wurde am 1. Juli festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Ein Termin für den Prozess gegen sie am Schweriner Landgericht steht noch nicht fest.

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