Hintergrund : Wissenswertes zum Thema Betreuung

Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht sind im Alter unabdinglich
Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht sind im Alter unabdinglich

Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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01. Juni 2015, 08:00 Uhr

Worum geht es beim Betreuungsrecht?

Betreuung ist an die Stelle von Entmündigung, Vormundschaft für Erwachsene und Gebrechlichkeitspflegschaft getreten. Das Wesen der Betreuung besteht darin, dass für eine volljährige Person ein Betreuer bestellt wird, der in einem genau festgelegten Umfang für sie handelt. Das Selbstbestimmungsrecht des betroffenen Menschen soll dabei gewahrt bleiben, soweit dies möglich und seinem Wohl zuträglich ist.

Wann wird ein Betreuer bestellt?

Ein Betreuer kann nur bestellt werden, wenn bei der
betroffenen Person eine Hilfsbedürftigkeit vorliegt, die auf einer psychischen Krankheit, einer geistigen, seelischen oder körperliche Behinderung beruht. Zur Krankheit oder Behinderung muss ein Fürsorgebedürfnis hinzutreten: Ein Betreuer darf nur bestellt werden, wenn der Betroffene aufgrund dieser Krankheit oder Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht zu besorgen vermag. Es kann sich dabei etwa um Vermögens-, Renten- oder Wohnungsprobleme, aber auch um Fragen der Gesundheitsfürsorge oder des Aufenthalts handeln.

Welchen Umfang hat eine Betreuung?

Betreuer dürfen nur für die Aufgabenkreise bestellt werden, in denen eine Betreuung tatsächlich erforderlich ist. Bereiche, die die Betroffenen eigenständig erledigen können, dürfen den Betreuern nicht übertragen werden. Was die Betreuten noch selbst tun können und wofür sie einen gesetzlichen Vertreter benötigen, wird im gerichtlichen Verfahren festgestellt.

Eine Betreuung muss persönlich erfolgen, sie darf sich nicht auf die Erledigung des anfallenden Schriftverkehrs beschränken. Der Betreuer hat die ihm übertragenen Aufgaben so zu erledigen, wie es dem Wohl des Betreuten entspricht. Dazu gehört auch, dass nicht einfach über seinen Kopf hinweg entschieden wird.

Wer wird zum Betreuer?

Der Betreuer wird vom Betreuungsgericht bestellt. Dabei muss nach Möglichkeit eine einzelne Person ausgewählt werden. Dies kann eine dem betroffenen Menschen nahestehende Person, das Mitglied eines Betreuungsvereins oder eine sonst ehrenamtlich tätige Person, ein selbstständiger Berufsbetreuer, aber auch eine bei einem Betreuungsverein angestellte oder bei der zuständigen Behörde beschäftigte Person sein.

Das Betreuungsgericht kann aber auch mehrere Betreuer bestellen, wenn die Angelegenheiten des Betreuten hierdurch besser besorgt werden können. Bei der Auswahl sind die vom Betroffenen zum Beispiel in einer Vorsorgevollmacht geäußerten Wünsche, wer die Betreuung übernehmen soll, zu berücksichtigen. Schlägt er eine bestimmte Person vor, die bereit und geeignet ist, diese Aufgabe zu übernehmen, so ist das Gericht bis auf wenige Ausnahmen an diesen Vorschlag gebunden.

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