Wismar lockt Kreuzfahrtschiffe an

<fettakgl>Begeisterter Abschied </fettakgl>von MS 'Europa' im August 2010 im Wismarer Hafen.  <foto>Hans-Joachim Zeigert</foto>
Begeisterter Abschied von MS "Europa" im August 2010 im Wismarer Hafen. Hans-Joachim Zeigert

svz.de von
15. März 2013, 10:58 Uhr

Wismar | Mindestens drei Kreuzfahrtschiffe werden in diesem Jahr in Wismar festmachen. Dies ist die aktuelle Ansage der Arbeitsgruppe "Kreuzfahrt", einem Gremium, welches sich kürzlich in der Kreisstadt konstituierte.

Premiere in Wismar hat damit am 8. Juli die "Amadea", die sich von Hamburg aus auf 18-tägigem Ostseetörn befindet. Der 193 Meter lange Kreuzfahrer des Veranstalters Phönix Reisen nutzt für einen Tag den Aufenthalt in der Hansestadt. Auf seinen acht Decks beherbergt er bis zu 600 Passagiere. Am

10. August läuft zum zweiten Mal das Motorschiff "Deutschland" im Rahmen eines viertägigen Wochenend- und Sonnenscheintörns von Travemünde aus die Wismarbucht an. Das 175 Meter lange ZDF-Traumschiff kann bis zu 520 Gäste mit auf Reisen nehmen. Als Überraschungsgast hat sich am 7. Dezember ein drittes Passagierschiff angemeldet. Dessen Name ist zwar dem Columbus Cruise Center Wismar bekannt. Doch für die Passagiere solle es noch ein Geheimnis bleiben, wohin sie eine "Mystery"-Kreuzfahrt bringt.

Das Cruise Center ist die Basis für derartige Planungen in Wismar. Den Vorsitz führt Michael Kremp, der auch Chef der Seehafen Wismar GmbH ist. Dank dieser Kooperation sind jetzt mehr solche Schiffsankünfte in Wismar möglich.

Wismar hat sich in den vergangenen Jahren bereits als Gastgeber für Kreuzfahrtschiffe, wie MS "Europa" (bisher dreimal in Wismar), MS "Deutschland", und MS "Saga Ruby" von seiner nettesten Seite gezeigt.

Ein spontan inszeniertes Lebewohl- Zeremoniell unter Salutsalven, bei Shantychorgesang und tausendfachem Winken kam bisher bei den seefahrenden Sterne-Klasse-Touristen äußerst gut an. Außerdem erleben die Gäste beim Landgang am improvisierten "Checkpoint" eine ganz persönliche Beratung in Sachen Stadtbummel. "Vom Gangway direkt zum Welterbe", lautete bereits damals das Credo. "Die Bordgäste waren sehr beeindruckt", erinnert sich ebenso der Wismarer Lotse Wolfgang Heinickel an einen dieser Abschiede an Bord der "Europa". Er erlebte mit, wie die Passagiere als freundliche Erwiderung kurz vor dem "Leinen los" der "Europa" hunderte Rosenblüten auf die Pier regnen ließen. Dies alles soll nun unter Regie des CCCW noch intensiver betrieben werden. Dazu will die neu gegründete Arbeitsgruppe "Kreuzfahrttourismus" die Wirtschaftsvertreter, aber auch kompetente Vereine und sonstige engagierte Leute mit ins Boot holen. Eine Mitgliedschaft des CCCW in der internationalen Marketingkooperation "Cruise Europe", in der etwa 100 europäische Anlaufhäfen für Kreuzfahrtschiffe vertreten sind, soll zudem einen deutlichen Aufschwung bringen. Erste Planungen gehen inzwischen von etwa 80 Gästeschiffen aus, die bis 2018 nach Wismar fahren. Denn der Planungsvorlauf bei den Kreuzfahrtrouten beträgt bis zu drei Jahre.

Für einen derartigen Besucherstrom muss allerdings auch in der Hansestadt etwas getan werden. Dazu gehört eine bessere englischsprachige Ausrichtung bei Einzelhandel und in der Gastronomie. Nicht zuletzt ist für das jeweilige Anlaufen von Kreuzfahrtschiffen der bereits zertifizierte Liegeplatz an der Stockholmer Pier entsprechend den geforderten, internationalen Sicherheitsstandard herzurichten. Es gibt in diesem Zusammenhang bereits Überlegungen, inwieweit die Markthalle am Alten Hafen auch als Kreuzfahrtterminal zu nutzen ist.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen