Horrorfilmklassiker Nosferatu fasziniert : Wismar im Vampirfieber

Gruseln ausdrücklich erlaubt: Lydia Ritschel (7), Birte Schünemann (10), Fenja Penelope Kohnes (10), Yannis Ritschel (4) und Tu Kyen (8, von links) hatten sich beim Vampirfest als  Blutsauger verkleidet. Fotos: Gunnar Herbst
1 von 3
Gruseln ausdrücklich erlaubt: Lydia Ritschel (7), Birte Schünemann (10), Fenja Penelope Kohnes (10), Yannis Ritschel (4) und Tu Kyen (8, von links) hatten sich beim Vampirfest als Blutsauger verkleidet. Fotos: Gunnar Herbst

Am Samstag fand in Wismar der erste Nosferatu-Tag statt - mit Angeboten für kleine Blutsauger, Kulturhungrige und Nachtschwärmer. „Ameisenlarventorte mit Gruftstaub und Blutstropfen" gab es für die Vampirfans.

svz.de von
08. Juli 2012, 07:21 Uhr

Wismar | Am Samstag fand in Wismar der erste Nosferatu-Tag statt - mit Angeboten für kleine Blutsauger, Kulturhungrige und Nachtschwärmer. "Ameisenlarventorte mit Gruftstaub und Blutstropfen" - lecker! Die gab es am Nachmittag schon im Wismarer Zeughaus für die großen und kleinen Vampirfans.

Der erste Wismarer Nosferatu-Tag begann mit einem Vampirfest in der Bibliothek. Die Mitarbeiterinnen der Kinderbibliothek hatten sich einiges einfallen lassen. Sie schickten die Nachwuchsvampire erst einmal zur Vampirschule, wo Carmen Blazejewski aus ihrem Kinderroman "Küss mich, sagte der Vampir" las. Das Buch spielt auch in Wismar, inklusive Nosferatu. Spannende Fächer wie Bisstechniken, Sargpflege, Fliegen und Erschrecken standen auf dem Stundenplan der Vampirschule. Aber auch Vampire haben kaum Unterricht am Samstag. Mit dem Erschrecken hatte Birte Schünemann keine Probleme. Die Zehnjährige war als blasse Vampirprinzessin verkleidet und geschminkt. "Die Schuhe hab ich meiner Mama gemopst, das Kleid ist von meiner Schwester und die Mama meiner Freundin hat mich geschminkt", lachte der Vampirfan.

Am Abend rückte der größte aller Vampire - Nosferatu - in den Mittelpunkt des Geschehens. Bürgermeister Thomas Beyer weihte mit Filmbürochefin Sabine Matthiesen und Anke Wilkening - sie ist Chefrestauratorin der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung - eine Gedenktafel im Wassertor am Alten Hafen ein. Als erste von vier Tafeln soll sie an die Nosferatu-Drehorte von 1921 erinnern. "Nosferatu ist ein Meilenstein der Filmgeschichte", so Sabine Matthiesen. Murnau hat mit seinem Stummfilm den Horror- und Vampirfilmklassiker schlechthin geschaffen. "Der Geist von Nosferatu wird nun Ehrenbürger von Wismar", so Sabine Matthiesen.

Beyer: "Nosferatu ist auch ein Stück Welterbe." Im Rahmen des Festjahres 10 Jahre Welterbe und des Jubiläums 90 Jahre Nosferatu - 1922 hatte der Film in Berlin Premiere - fanden die Aktionen statt. So folgten mehr als 150 Menschen den Stadtführungen von Christel Miller und Astrid Peschke auf den Spuren der damaligen Drehorte. Die beiden Fachfrauen machten die Gäste auf einige Details aufmerksam, beispielsweise darauf, dass der Hauptakteur, der junge Sekretär Hutter, so über den Hof der Heilig-Geist-Kirche reitet, dass er eigentlich in der Kirche hätte landen müssen. Laut Film verlässt er aber die Stadt. Alles eine Frage von Perspektive und Schnitt, zu Stummfilmzeiten war das schon genauso wie nun in der dreidimensionalen Kinowelt.

Höhepunkt war die Open-Air-Vorführung der restaurierten Filmfassung. Die Berliner Band "Curious Egg" lieferte mit Instrumenten wie dem "Stahlcello" von Wolfram Spyrer die zwar moderne, aber absolut passende Filmmusik live dazu und ließ die 350 Gäste abwechselnd gruseln und schmunzeln. Für das Filmbüro MV war der Film gleichzeitig der gelungene Start zur Open-Air-Kinosaison. An drei weiteren Freitagabenden werden im Zeughaushof hochwertige Kinofilme gezeigt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen