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Attraktivitäts-Ranking : Wismar glänzt im Städtevergleich

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Attraktivitäts-Ranking: Städte in MV schneiden gut ab. Einkaufsstraße der Nachbarn zieht Kunden ab

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Das Image der Innenstädte in MV ist besser als erwartet: Einladendes Ambiente, Flair, sauber, sicher, lebendig und gut ausgestattet, ein gutes Gastronomie-Angebot – vor allem die Hansestadt Wismar glänzt im deutschen Städtevergleich. Die Hafenstadt ist Deutschlands attraktivste Innenstadt im Vergleich der Städte mit 25 000 bis 50 000 Einwohnern, ergab eine gestern vorgestellte Studie des Instituts für Handelsforschung Köln (IFH) – Note 2,1.

Das kann sich sehen lassen: Städte in MV schneiden besser ab als im Bundesschnitt. Im Durchschnitt bewerteten die im Rahmen der Studie in Deutschland befragten knapp 60 000 Kunden ihre Innenstadt mit der Note drei, ermittelten die IFH-Analysten. Wismar, Schwerin aber auch Hagenow und Güstrow – die vier Städte stehen besser da und machen im oberen Bewertungsbereich das Rennen oder liegen im Schnitt der Städte. „Auch kleinere Städte können echte Akzente setzen, wenn sie ihre Vorteile ins rechte Licht rücken“, erklärte IFH-Chef Boris Hedde gestern. Freude in Wismar: „Besonders stolz sind wir darauf, dass die Stadt beim Ambiente und Flair der Innenstadt ganz besonders gut abschneidet – hier sind wir top unter vergleichbaren Städten“, sagte Bürgermeister Thomas Beyer gestern.

Das Kundeninteresse überrascht: Bislang machten Städteplaner und Händler den wachsenden Online-Handel für sinkende Besucherzahlen, schwindende Handelsangebote und die zunehmende Verödung verantwortlich. Von einer pauschalen Verödung kann aber keine Rede sein, ermittelten die IFH-Forscher: Die größte Konkurrenz für eine Innenstadt gehe nicht vom Online-Handel, sondern von attraktiven Einkaufsstraßen in Nachbarstädten aus. So habe die Studie gezeigt, dass der Online-Handel den innerstädtischen Handel in Wismar nur wenig belaste, erklärte Stadtsprecher Marco Trunk. Im Gegenteil: Vielmehr informierten sich viele Kunden online über das Angebot in der Altstadt. Besucher hätten daher an öffentlichen Internetzugängen hohes Interesse. In Wismar wünschten sich zwei von drei Besuchern freies Wlan, so die Studie. Wismar reagierte: Vergangene Woche seien die ersten beiden Hotspots am Rathaus und Stadthaus freigeschaltet worden.

 Grafik: IFH
Grafik: IFH
 

Wismar ist damit weiter als Hagenow: Kunden hätten die Attraktivität der Ackerbürger-Stadt mit 2,9 bewertet – Durchschnitt, meinte Hagenows Chef-Wirtschaftsförderer Roland Masche. Die Mehrheit der Kunden wünsche sich beispielsweise freies Wlan in der Stadt. Auch beim Freizeitwert schneide Hagenow besonders unter jungen Leuten nicht so gut ab: Die Verbindung von Shopping und Kultur – „da müssen wir besser werden“, erklärte Masche. Anfang März wolle man gemeinsam mit dem Einzelhandel neue Konzepte erarbeiten.

Besser steht Güstrow da: Mit Note 2,6 bewerteten die Kunden die Stadt. Besonders gut kommt die Attraktivität des Einzelhandels-Angebots an. Für das Gastronomie-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot aber auch für die Erreichbarkeit der Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Pkw gab es gute Bewertungen. Für Parkmöglichkeiten oder die Ladenöffnungszeiten hatten die Kunden hingegen nur noch die Note 3 übrig. Zufriedenheit indes in Schwerin: Die Attraktivität der Landeshauptstadt werde „überwiegend“ mit sehr gut bis gut bewertet, nur in Ausnahmen mit befriedigend, hieß es. Nachholbedarf gebe es bei der Ausstattung mit Sitzgelegenheiten und Spielgeräten. Auch das die Stadt mehr Lebendigkeit durch besucherstarke Veranstaltungen brauche, sei kein Geheimnis, sagte Martina Müller, Chefin der Stadtmarketinggesellschaft.

Im Schnitt Note 3 plus für Deutschlands Innenstädte: Zufrieden könnten sich die Städte damit nicht geben, meinte IFH-Chef Hedde. Online-Handel und demografische Veränderungen stellten die Kommunen vor große Herausforderungen. Die Städte müssten umso mehr sehen, was sie auszeichne und das betonen. „Der Einheitsbrei hat in Zukunft keine Chance“, so Hedde. Es reiche nicht, die immer gleichen Filialketten zu haben. Vielfalt sei gefragt und Einzigartigkeit.  

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