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Zuversicht stützt Jobwunder

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erstellt am 29.Jan.2010 | 08:43 Uhr

Nürnberg | Auch die betrüblich hohe Januar-Arbeitslosigkeit vermochte Frank-Jürgen Weise die gute Laune nicht zu verderben. Der starke Anstieg sei zwar bedauerlich, aber in der kalten Jahreszeit nun mal üblich, kommentierte der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit (BA) gestern die jüngsten Arbeitsmarktzahlen. An der positiven Grundtendenz ändert der saisonbedingte Anstieg um 342 0000 auf nun 3,617 Millionen Arbeitslose seiner Ansicht nach nichts: Der deutsche Arbeitsmarkt erweist sich in Wirtschaftskrise als überraschend robust - und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Dabei lenkt die Bundesagentur gerne den Blick in andere EU-Staaten wie Spanien, wo der Arbeitsmarkt in den Sog der weltweiten Rezession geraten ist. Ein genauer Blick in die BA-Statistik macht freilich klar: Deutschland steht zwar europaweit bei der Arbeitslosigkeit gut da, ist aber bei weitem nicht der Klassenprimus. Gemessen an der saisonbereinigten Arbeitslosenquote rangiert Deutschland mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent (gemessen nach internationalen Standards) unter 29 europäischen Staaten auf dem zehnten Platz. Entspannter ist die Arbeitsmarktlage in Tschechien, Malta, Dänemark, Luxemburg, Rumänien, Slowenien, Zypern, Österreich und den Niederlanden.

Unterdessen richten sich bange Blicke der Arbeitsmarkt-Experten auf die Führungsetagen großer Industrieunternehmen. Von dem Konjunkturoptimismus der Vorstände und Manager wird es abhängen, wie lange sie Auftragsflauten mit Kurzarbeit überbrücken - und das deutsche Jobwunder ermöglichen. In einem Punkt trifft die Krise den deutschen Arbeitsmarkt doch: Es gehen immer mehr Vollzeitjobs zugunsten von Teilzeitstellen und 400-Euro-Jobs verloren.

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