Zuversicht im Handwerk

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08. April 2010, 08:10 Uhr

Schwerin | Im Handwerk in Westmecklenburg wächst die Zuversicht: Vier von fünf Unternehmen und damit mehr als noch vor einem Jahr (70 Prozent) gehen in den kommenden Monaten von besseren oder zumindest gleichbleibenden Geschäften aus, geht aus der gestern in Schwerin vorgestellte Frühjahrskonjunkturumfrage der Handwerkskammer Schwerin hervor. Optimismus macht sich vor allem im Bau- und Ausbaugewerbe breit. Zusätzliche Aufträge aus dem Konjunkturprogramm sorgten größtenteils erst in diesem Jahr in den Unternehmen für Arbeit - zwei von fünf Firmen erwarten gute Umsätze. Hingegen überwiegt im Kfz-Gewerbe der Pessimismus, heißt es in der Umfrage. Lediglich 13 Prozent der Firmen gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage, aber 33 Prozent von einer Verschlechterung aus. Der nach dem Auslaufen der Umweltpräimie erwartete große Einbruch sei allerdings ausgeblieben. Die Branche zeige sich stabiler als gedacht, hieß es.

Ohnehin habe sich das Handwerk in den zurückliegenden Krisenmonaten robuster gezeigt als gedacht. "Das Handwerk ist eine der stärksten Konjunkturstützen" des Landes, erklärte der Kammer-Hauptgeschäftsführer Edgar Hummelsheim. Die Betriebe schätzen ihre gegenwärtige Geschäftslage überwiegend als gut bis befriedigend ein - mit Einschränkungen. Miese Stimmung herrscht vor allem im Nahrungsmittelhandwerk (46 Prozent) und Betrieben mit persönlichen Dienstleistungsangeboten wie beispielsweise im Friseurhandwerk 55 Prozent), überdurchschnittlich gut sei die Lage im Ausbauhandwerk, urteilen die Analysten.

Allerdings klingen die Kassen bei einer Mehrheit der Handwerksbetriebe in Westmecklenburg nicht mehr so kräftig als noch Wochen zuvor. Fast zwei Drittel meldeten im Vergleich zum Vorquartal sinkende Umsätze, ergab die Umfrage. Besonders heftig traf es die Bereiche der persönlichen Dienstleistung und saisonbedingt den Bausektor - minus 82 bzw. 78 Prozent. Die schlechtere Umsatzentwicklung habe trotzdem nicht dazu geführt, dass die Lage insgesamt kritisch eingeschätzt wurde, schreiben die Kammer-Experten. Insgesamt sei das Handwerk gut durch die Krise gekommen - zum Vorteil für die Beschäftigten. Ein größerer Stellenabbau blieb aus. Drei Viertel der Betriebe stehe zu den Mitarbeiter und habe die Beschäftigtenzahl stabil gehalten. Ausnahme: das Bauhandwerk und das Ausbaugewerbe. Dort habe der Personalabbau über dem Durchschnitt der Branche gelegen.

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