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Grüne Woche Berlin : Wurst, Lampen, Staubwedel – alles vom Strauß

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Harald Pfeiffer züchtet die Exoten seit 13 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern / Auf der Grünen Woche knüpft er Kontakte und verkauft seine Kreativ-Produkte

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erstellt am 24.Jan.2015 | 08:39 Uhr

Vor 13 Jahren hatte Harald Pfeiffer eine Idee: Er wollte einen Ausflugsort schaffen, einen den es so noch nicht in Mecklenburg-Vorpommern gab. Er hatte ein Stück Land übrig, „ein wunderschönes Gelände mit einem See. Der Platz war perfekt, um eine Straußenzucht aufzubauen“, erzählt Pfeiffer. Er kaufte 40 Küken und setzte sein Vorhaben in die Realität um. „Heute züchten wir selber“, sagt der Farmbetreiber. Die Küken verkauft er deutschlandweit und teilweise sogar ins Ausland.

Die Zucht alleine reiche aber nicht zum Überleben. Regelmäßig werden die Tiere geschlachtet. Aus dem Fleisch wird Straußenwurst produziert, und auch die Federn, das Fett und Haut werden verarbeitet. So entstehen Ledertaschen, Kosmetikprodukte oder Staubwedel. Seine Produkte verkauft Pfeiffer hauptsächlich in seinem Hofladen in Woldegk oder auf Messen wie der Grünen Woche in Berlin. Auch dieser Tage gehört er zu den 60 Ausstellern, die in der Mecklenburg-Vorpommern-Halle für die Region werben. „Im Januar ist mein Hofladen in der Regel leer. Zu dieser Zeit kommt kein Mensch zum Einkaufen. Deshalb fahre ich seit 2004 jedes Jahr zur Grünen Woche. Und ich fahre nicht nach Berlin um Geld auszugeben, sondern um Geld zu verdienen.“ Die Straußenzucht sei sehr kostenintensiv. Auf der größten Verbraucherschau Deutschlands könne er neue Kontakte knüpfen. „Und die Umsätze aus dem Verkauf stimmen auch“, so Pfeiffer. Gerade seine Kreativ-Produkte kämen gut an. „Wenn die Küken schlüpfen, hinterlassen sie ein Halbei. Daraus machen wir zum Beispiel Lampen.“

Derzeit hat der Straußenzüchter rund 60 Tiere auf seinem Hof. „Vor zwei Jahren waren es noch 300“, erzählt er. Platzprobleme und die Geflügelpest hätten ihn beinahe an den Rand seiner Existenz getrieben. „Ich bin ein kleiner Mann. Ich mache alles alleine. Meine Frau geht arbeiten. Sie verdient das Geld, nicht ich“, sagt er.

Aufgeben will Pfeiffer dennoch nicht. Seine Produkte kommen gut an, sogar große Händler wie Rewe oder Kaufhof hätten bereits Interesse an seinen Wurstwaren bekundet. „Die Belieferung würde nicht funktionieren. Ich habe nicht alle Produkte vorrätig, weil ich zu wenig Tiere habe“, erklärt er.

In diesem Sommer plant er die Zucht zu intensivieren, um den Tierbestand zu vergrößern. Gleichzeitig konzentriert sich Pfeiffer auf sein soziales Hilfsprojekt, das er selbst als Herzensangelegenheit bezeichnet. Seit 2003 kümmert er sich um die Finanzierung von Vorschulen, die Ausbildung von Lehrern und um den Ausbau von Wasserleitungen in Tansania. 50 bis 60 Tage ist er sogar selbst vor Ort und packt mit an. „Ich arbeite mit afrikanischen Tieren, also will ich den Menschen helfen, die in den Regionen leben, wo die Strauße eigentlich herkommen“, sagt Pfeiffer. 100 000 Euro sammelt er jährlich für sein Projekt. Sein Auftritt auf der Grünen Woche hilft ihm dabei. Ein Teil aus dem Produktverkauf fließe in den Verein.

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