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Arbeitsmarkt : Wirtschaft blickt optimistisch ins Jahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Baubranche rechnet mit vielen Aufträgen, doch die Energiepreise bremsen Investitionen

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 21:30 Uhr

Auch wenn das milde Wetter den üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember ein wenig bremsen konnte, verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern trotzdem den zweitstärksten Anstieg der Erwerbslosigkeit in Deutschland. Die Zahl ist erneut über die Marke von 100 000 gestiegen – 100 100 Frauen und Männer waren ohne Job, 5,1 Prozent mehr als im November. Die Quote lag damit bei 11,9 Prozent.

Trotz dieser trüben Aussichten blicken die Wirtschaftsunternehmen im Land optimistisch in das neue Jahr. Das ergab die aktuelle Umfrage der Vereinigung der Unternehmerverbände MV (VUMV), an der sich 18 von 30 Verbänden beteiligt haben. „Das überwiegend positive Stimmungsbild hat uns schon überrascht, denn es ist besser als im Bundesdurchschnitt“, sagt der Präsident der VUMV, Hans-Dieter Bremer.

Vor allem die Baubranche, die im vergangenen Jahr starke Umsatzeinbrüche verkraften musste, zeigt sich in der aktuellen Umfrage optimistisch – und das zu Recht, so Bremer. Ausgehend von der Zahl der eingereichten Bauanträge gebe es 2014 viel zu tun. Bewegung sei zum Beispiel im Wohnungsbau zu verzeichnen. Lediglich die öffentliche Nachfrage könnte stärker ausfallen.

Positive Stimmung herrscht auch in der Ernährungswirtschaft. 73 Prozent des Agrarmarketing-Vereins schätzen die Auftragslage in diesem Jahr als gut oder sogar sehr gut ein.

Als problematisch für die Wirtschaftsentwicklung stufen die Unternehmerverbände hingegen den anhaltenden Fachkräftemangel ein, der insbesondere in der Ernährungswirtschaft spürbar sei. Trotzdem habe sich Mecklenburg-Vorpommern anders als andere Bundesländer bewusst gegen eine Kampagne zur Anwerbung von jungen Leuten aus dem Ausland entschieden, so Lothar Wilken, Mitglied der VUMV-Hauptgeschäftsführung.

Man wolle auch in Zukunft die Jugend aus dem Land in die Ausbildungsstellen vermitteln. Weiterhin würden sich Bremer zufolge auch die steigenden Energie- und Rohstoffpreise negativ auf die wirtschaftlichen Entwicklungen im Land auswirken. Sie seien eine Investitionsbremse. Bremer fordert darum, ein Landeskonzept für die Energiewende zu forcieren. Nur so könne sichergestellt werden, dass Energie auch in Zukunft bezahlbar, sicher und flächendeckend verfügbar bleibe. Was die Beschäftigungsrate im Land angeht, so rechnen die Wirtschaftsverbände 2014 mit einer stabilen Quote. Im Jahresausblick gaben 63 Prozent der befragten Arbeitgeber-, Unternehmens- und Wirtschaftsverbände an, gleichbleibend viele Mitarbeiter beschäftigen zu wollen, 22 Prozent wollen die Anzahl der Beschäftigten etwas steigern, ein Prozent sogar deutlich. Im Gegensatz dazu wollen zwölf Prozent der Umfrageteilnehmer die Anzahl ihrer Beschäftigten ein wenig reduzieren und drei Prozent deutlich.

Bremer befürchtet, dass sich die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns negativ auf die Entwicklung der Erwerbslosenquote auswirken könnte und sagt: „Gerade für Mecklenburg-Vorpommern und Ostdeutschland insgesamt sind die Risiken sehr hoch, dadurch Beschäftigungshürden für die Schwächsten am Arbeitsmarkt zu schaffen.“ Ein Mindestlohn erfordere dem VUMV-Präsidenten nach auch eine Mindestqualifikation. Er plädiert außerdem dafür, laufende Tarifverträge nicht außer Kraft zu setzen und regionale Entwicklungen zu berücksichtigen.

Wirtschaftliche Entwicklungspotenziale sieht Bremer in der Erschließung der Erdölreserven im Land. Dazu seien aber zunächst Prüfverfahren notwendig.

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