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Auftragsplus im Wohnungsbau : Winterpause am Bau vertagt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In MV dickes Auftragsplus im Wohnungsbau / Branche klagt: baureife Flächen fehlen, Investitionen ausgebremst

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 08:00 Uhr

Der Bau in MV hat die Winterpause vertagt: Bei der derzeit milden Witterung werde auf vielen Baustellen derzeit ohne die sonst im Winter übliche Zwangspause weitergearbeitet. Teilweise laufe die Produktion sogar zwischen den Feiertagen weiter, um alle Aufträge erfüllen zu können, erklärte Carl Thümecke, Präsident des Bauverbandes MV gestern. Vor allem im Wohnungsbau, der mehr als ein Drittel zum Gesamtumsatz der Branche beisteuert, stünden viele Aufträge in den Büchern. Die Auftragseingänge seien im Vergleich zum Vorjahr bislang um 13 Prozent gestiegen, der Umsatz um 1,1 Prozent – vor allem im kleinteiligen Wohnungsbau von Eigenheimen.

Die Zuwächse in dem Bereich gleichen in der Branche Rückgänge in anderen Bereichen wie im Infrastrukturbau aus. Bis Ende Oktober sei der gesamte Bauumsatz in MV um 2,5 Prozent zurückgegangen, zum Jahresende sei mit einem Umsatzniveau wie 2014 zu rechnen, erklärte Thümecke: „Der Umsatz wird vor allem vom Wohnungsbau getragen.“ Allerdings würden immer weniger Arbeitsstunden geleistet. Es sei zu befürchten, dass nicht alle Arbeitsplätze gehalten werden könnten.

Der Bauverband begrüßte die gestern von Bauminister Harry Glawe (CDU) angekündigten millionenschweren Finanzhilfen, forderte aber gleichzeitig mehr Engagement des Landes und der Kommunen. „Außer Ankündigungen ist bisher nicht viel passiert“, sagte Thümecke. So mehren sich die Klagen in der Branche über die fachlich immer schwächer werdende öffentliche Auftragsverwaltung und fehlende baureife Flächen in MV. Viele Firmen würden darin eines der größten Hemmnisse der Branche sehen: „Investitionen werden ausgebremst, weil keine Flächen ausgewiesen sind“, sagte Thümecke.

Das Land will indes die Städtebauförderung auch 2016 auf dem Niveau dieses Jahres fortsetzen. Mehr als 56 Millionen Euro öffentliche Hilfe seien 2015 in 40 Gemeinden in MV bei 55 Bauprojekten eingesetzt worden, erklärte Bauminister Harry Glawe gestern. Damit seien Kindertagesstätten gebaut, Schulen modernisiert oder denkmalgeschützte Häuser saniert worden – wie die Kita Märchenland in Rostock, der Hort Friedensschule in Schwerin, eine Turnhalle in Schönwalde bei Greifswald, die Grundschulen in Marlow und Waren. 2,5 Millionen Euro habe das Land für das Rückbauprogramm bereitgestellt. Damit sollen bis 2019 knapp 790 dauerhaft leer stehende Wohnungen in 19 Gemeinden abgerissen werden. In bestehenden Wohnungen drängt das Land indes auf Modernisierung. Nach der Änderung der Förderrichtlinien für Investitionen in Personenaufzüge und Lifte sowie der Modernisierungsrichtlinie seien Förderanträge für 198 Personenaufzüge gestellt worden, die 2900 Wohnungen besser erreichen lassen. „Die Programme tragen dazu bei, dass jedermann trotz möglicher Einschränkungen und unabhängig vom Alter möglichst lange in der gewohnten Umgebung wohnen bleiben kann“, sagte Glawe.  

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