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Mecklenburg Vorpommern : Windmüller drosseln Baupläne

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach der Reform des Erneuerbaren-Energiengesetz (EEG) rechne die Branche 2015 mit geringeren Ausbauraten als in den vergangenen Jahren.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 07:55 Uhr

Die Windmüller in MV drosseln an Land ihre Ausbaupläne, auf See starten sie Milliardeninvestitionen: Nach der Reform des Erneuerbaren-Energiengesetz (EEG) rechne die Branche 2015 mit geringeren Ausbauraten als in den vergangenen Jahren. Der Nachholbedarf und der Investitionsdruck im Vorfeld der EEG-Novelle hätten im ersten Halbjahr dieses Jahres noch zu einer der besten Ausbauraten der vergangenen Jahre geführt, erklärte Andreas Jesse, Landeschef des Verbandes Windenergie in Sternberg. 64 Anlagen seien in den ersten sechs Monaten aufgebaut worden – fast doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Jede zehnte neue Anlage in Deutschland wurde in MV errichtet. Für 2014 sei mit einem neuen Ausbaurekord zu rechnen. Nach EEG-Novelle werde aber für 2015 ein deutlich geringerer Ausbau erwartet: „Das Loch kommt“, so Jesse.

Derzeit liefern insgesamt 1672 Anlagen Windstrom. MV produziere die Hälfte des verbrauchten Stroms aus erneuerbaren Quellen, sagte Jesse anlässlich des Tages des Windes am 10. Oktober. Gestern vor 25 Jahren war in Wustrow auf der Halbinsel Fischland-Darß die erste industriell gefertigte Windkraftanlage auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns in Betrieb gegangen. Bislang seien 1,1 Prozent der Landesfläche als Eignungsgebiete für neue Windräder ausgewiesen, bis zu zwei Prozent wären möglich, erklärte der Verbandschef.

Indes bereiten die Windmüller in der Ostsee Milliardeninvestitionen vor: Gestern genehmigte das Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft in Stralsund des Bau des Offshore-Windparks Arcadis-Ost, 19 Kilometer nordöstlich von Rügen. Bis 2015 solle die Finanzierung für den Park mit 19 Windmühlen stehen, kündigte die KNK Wind GmbH gestern an. Erst am Donnerstag hatten die Nordic-Yards-Werften in Warnemünde und Wismar mit dem Bau einer vierten Konverterplattform für den Anschluss mehrerer Offshore-Windparks in der südwestlichen Nordsee begonnen. Auftragswert: 800 Millionen Euro.
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