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Hintergründe zum Dioxin-Skandal : Wie sicher ist das Ei?

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Der Dioxin-Skandal verunsichert Verbraucher. Politiker fordern Konsequenzen, die Forscher beruhigen. Doch viele Menschen fragen sich: Kann ich mein Frühstücksei noch essen? Welche Konsequenzen sollen die Fälle haben?

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erstellt am 04.Jan.2011 | 07:12 Uhr

Berlin | Der Dioxin-Skandal verunsichert Verbraucher. Viele fragen sich: Was ist mit meinem Frühstücksei? Fragen und Antworten von Marc-Oliver von Riegen, dpa.

Wie ist das Dioxin in Eier und Tierfutter gelangt?

Die Futtermittelfirma Harles & Jentzsch aus Schleswig-Holstein soll für Futter auch Mischfettsäure verwendet haben, die aber für technische Zwecke bestimmt war. Das Unternehmen stellt Futterfett für Geflügel, Rinder und Schweine her. Zu Lieferanten zählt der Biodieselhersteller Petrotec aus Nordrhein-Westfalen. Das Futtermittel - und damit auch Dioxin - ging an zahlreiche Höfe in mehreren Bundesländern. Industriefette sind billiger als Futtermittelfette.

Wie hoch ist die Dioxinbelastung in den Eiern?

Der Fall wurde öffentlich, als in der vergangenen Woche in zwei nordrhein-westfälischen Betrieben Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch gefunden wurde. Dabei waren einige Eierproben gemessen an dem EU-Grenzwert mehr als doppelt so stark mit Dioxin belastet wie erlaubt. Noch ist unklar, wie viele belastete Produkte insgesamt an Bauernhöfe und von dort auch in den Handel gelangt sind. Die Behörden hatten Rückrufe angeordnet.

Kann ich mein Frühstücksei noch essen?

Ja. Die endgültigen Ergebnisse stehen noch aus. Bei 15 von 18 untersuchten Höfen aus Niedersachsen wurde die Höchstgrenze unterschritten. Experten sehen aber keine Gesundheitsgefahr.

Kann man Dioxin in Lebensmitteln verhindern?

Nein. Dioxin ist praktisch überall vorhanden. "Wir können auch mit noch so strengen Maßnahmen nicht verhindern, dass wir Dioxine über unsere Lebensmittel (...) aufnehmen", sagt Helmut Schafft, Experte beim Bundesinstitut für Risikobewertung. Vor allem Lebensmittel tierischer Herkunft wie Fisch, Fleisch und Milch können belastet sein.

Welche Konsequenzen sollen die Dioxinfälle haben?

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) lässt prüfen, ob die Herstellung von Produkten für technische Zwecke getrennt werden kann von der Futtermittelherstellung. Möglich wäre das durch eine örtlich getrennte Produktion, aber auch durch den Einsatz von Farbstoff für die technischen Produkte. Verbände und Politiker fordern auch mehr Kontrollen und eine bessere Rückverfolgung der Herstellung von Futtermitteln.

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