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Güstrower entwickelt getränk : Wie aus 48 Flaschen 15 000 wurden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Güstrower Maximilian Heimberger mixte im Zuge seiner Ausbildung sein eigenes Mate-Getränk mit dem Namen m²

svz.de von
erstellt am 12.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Maximilian Heimberger führt durch ein großes Gebäude am Rande der Barlachstadt Güstrow. Montag bis Freitag geht er diese Wege, seit fünf Jahren. Er ist 20 Jahre, groß gewachsen, freundliche Gesichtszüge. Schüchtern sein Blick, doch verstecken braucht sich der gelernte Lebensmitteltechnologe aus Güstrow nicht, denn er hat bereits sein eigenes Getränk auf den Markt gebracht.

Schon während seiner Schulzeit habe sich der 20-Jährige für die Lebensmittelbranche interessiert. Ein zweiwöchiges Praktikum bestärkte seinen Wunsch, in diesem Beruf zu arbeiten. „2011 begann ich meine Ausbildung bei der Güstrower Schlossquell“, sagt Heimberger. Er erzählt, wie es zur Idee von m², seinem Getränk, einer Mischung aus Mate und Minze, kam. „In der Berufsschule erhielten wir die Aufgabe, eine Abschlussarbeit zu schreiben“, so der junge Mann. Dazu gehörten alle Arbeitsschritte von der Idee bis zum fertigen Produkt. „Erst tat ich mich mit der Aufgabe schwer, doch nach langer Tüftelei und Unterstützung meiner Kollegen lief es gut.“ Aufgrund Heimbergers Vorliebe für die südamerikanische Mate-Pflanze entstand der Wunsch, ein Getränk mit dieser Zutat zu kreieren. „Mate hat einen sehr herben Eigengeschmack“, so der Lebensmitteltechniker. Um diesen zu neutralisieren, setzte er auf eine weitere Zutat – die Minze. „Der frische Geschmack, das Menthol, gibt dem Getränk zusätzlich eine frische Note“, so der 20-Jährige. Bereits in der Schule habe er sich gern mit naturwissenschaftlichen Phänomenen auseinandergesetzt und auch heute tüftle er noch gern in seiner Freizeit. Sein Wunsch, Zusammenhänge zu verstehen, habe ihm bei seinen Experimenten im Labor und somit bei der Herstellung von m² geholfen. „Die Projektphase dauerte insgesamt ein Jahr“, berichtet der Güstrower.

Zunächst füllte er für die Projektpräsentation 48 Flaschen ab. „Als Dank für die Zusammenarbeit mit den Kollegen ließ ich einige Flaschen zum Kosten im Betrieb.“ Bereits in der Berufsschulklasse sei der Geschmack gut angekommen, doch plötzlich kam der Anruf aus Bielefeld. „Ich war ganz überrascht, denn mich rief Maik Ramforth-Wüllner, Geschäftsführer der Güstrower Schlossquell, an und teilte mir mit, dass es zur Probeabfüllung kommt“, sagt Heimberger. Im Oktober letzten Jahres war es dann soweit: Zum ersten Mal ging Heimbergers eigenes Getränk in die Serienproduktion. „Das war ein besonderes Gefühl, als der offizielle Verkauf von m² startete“, sagt der gebürtige Güstrower. Plötzlich wurden aus 48 unglaubliche 15 000 Flaschen.

Ramforth-Wüllner spricht mittlerweile von Heimberger als „Vorreiterazubi, weil er es geschafft hat, einen Zeitgeist aufzunehmen und ihn an das Unternehmen anzupassen“.

Stolz blickt der 20-Jährige heute auf das fertige Produkt: Eine 0,33 l Glasflasche mit sprudligen Inhalt. Die Farbe erinnert an einen Energydrink: „Mate macht munter, ist jedoch gesünder als ein süßer Energydrink“, so der 20-Jährige. Außerdem sei m² das erste Mate-Mint-Getränk auf dem deutschen Markt, sagt er weiter. Als Geheimtipp empfiehlt Heimberger, das Getränk gekühlt und wahlweise gemixt mit einem Likör zu trinken.

Auch der Name m² stammt aus seiner Feder. „Die Formel deutet auf die zwei Zutaten hin, die sich verbinden.“ Mit dieser Mischung scheint Heimberger den richtigen Nerv getroffen zu haben. „Bei der kulinarischen Mecklenburg-Vorpommern-Woche in Rostock und Wismar im vergangenen Dezember zeigten sich die Studierenden von Heimbergers Getränk begeistert“, sagt Ramforth-Wüllner. Positive Resonanz erhielt das Trendgetränk kurze Zeit später ebenso auf der Grünen Woche in Berlin. Heimberger, als Frischling unter den Produktentwicklern, war begeistert: „Der Austausch mit den anderen Händlern half mir sehr, neue Ideen zu entwickeln.“ Er sei bereits mit der Entwicklung einer neuen Formel beschäftigt. Es werde wieder etwas Fruchtiges mit Minze, so viel dürfe er verraten.

Für sein Engagement und seine konstant guten Leistungen wurde Maximilian Heimberger als fester Mitarbeiter bei der Güstrower Schlossquell übernommen. Es gab zehn extra Kisten aus dem Sortiment, nicht gerade viel für eine innovative Geschäftsidee. Die Anerkennung von Freunden und Familie ist umso größer: „Alle fieberten mit und waren hellauf begeistert.“ Sein aktuelles Getränk m² ist in Restaurants, Bars und einzelnen Getränkeland-Filialen erhältlich.

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