Strompreise : Wer im Dorf wohnt, zahlt drauf

 

 

Energiekosten sind in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg stabil. Verbraucher in Westmecklenburg zahlen drauf.

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11. November 2015, 11:45 Uhr

Auf und ab auf der Energierechnung: 350 000 Kunden in den Städten Schwerin, Rostock und Neubrandenburg können ab 2016 mit sinkenden, wenigstens aber mit stabilen Strom- und Gastarifen rechnen. Für 115 000 Verbraucher in Westmecklenburg stehen höhere Strompreise an. Für 18 000 Gaskunden zwischen Boizenburg und Güstrow bleiben die Gaspreise stabil, hat eine Preisumfrage unter den Stadtwerken in MV und beim Versorger Wemag ergeben.

Danach planen sowohl die Stadtwerke Rostock für 111 000 Kunden, Schwerin für ihre 123 000 Kunden als auch Neubrandenburg für ihre 40 000 Kunden trotz gestiegener Umlagen und Abgaben keine Preissteigerung für Stromlieferungen. Die Erhöhungen durch gesetzliche Vorgaben hätten durch sinkende Einkaufspreise ausgeglichen werden können, erklärten Sprecher der Stadtwerke. Auch beim Erdgas seien beim Einkauf Preisvorteile erzielt worden, die steigende Kosten kompensierten. Für 25 500 der 48 000 Gaskunden der Stadtwerke Rostock fallen die Rechnungen 2016 sogar niedriger aus – die Preise sinken zwischen 8 und 13 Prozent, teilte Stadtwerke-Sprecher Thomas Schneider mit. Ein Haushalt mit einem Verbrauch von 10 000 bis 20 000 Kilowattstunden spare etwa 90 Euro im Jahr. Zu wenig, kritisieren Verbraucherschützer. Die Versorger müssten in stärkerem Maße die Preisvorteile beim Einkauf an die Kunden weitergeben, forderte Horst-U. Frank von der Verbraucherzentrale MV.

Indes fallen nach drei Jahren mit nahezu stabilen Preisen die Stromrechnungen für Kunden des Regionalversorgers Wemag 2016 sogar höher aus. Die Preise im Wemag-Netzgebiet würden ab 1. Januar 2016 zwischen 2,5 und 4,8 Prozent angehoben, kündigte Vertriebschef Michael Hillmann an. Durch den Ausbau der erneuerbaren Energien im Versorgungsgebiet seien die Netzkosten besonders stark gestiegen, so dass sie durch Preisvorteile beim Stromeinkauf nicht mehr auszugleichen seien. „Das ist nicht mehr wegzudrücken“, meinte Wemag-Vorstand Caspar Baumgart. Zudem müssten die im Vergleich zu West-Regionen doppelt so hohen Netzentgelte nach den bisherigen Regeln von den wenigeren Kunden vor Ort weitgehend allein getragen werden. Kunden mit einem Stromverbrauch von 3000 Kilowattstunden müssten daher etwa 35 Euro mehr bezahlen. Baumgart forderte, künftig die Netzausbaukosten bundesweit einheitlich auf alle Kunden umzulegen.

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