Frühjahrsbelebung in MV fortgesetzt : Weniger Arbeitslose im April

88 200 Menschen im Land haben keinen festen Job.
88 200 Menschen im Land haben keinen festen Job.

Mecklenburg-Vorpommern hat den letzten Platz in der Arbeitslosenstatistik des Bundes verlassen. Das Frühjahr sorgt wieder für mehr Beschäftigung im Gastgewerbe und in Berufen unter freiem Himmel.

svz.de von
30. April 2015, 14:41 Uhr

Das Frühjahr erfüllt die Erwartungen an den Arbeitsmarkt: Im April sind viele Arbeitslose wieder in Lohn und Brot gekommen. Die Zahl der Erwerbslosen sank im Vergleich zum März um 7900 auf 88 200, wie die Agentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte.

Im Vergleich zum April des Vorjahres waren 8200 Menschen weniger arbeitslos. Erstmals seit der Wiedervereinigung lag die Zahl der Arbeitslosen in einem April unter 90 000. Dazu hätten das gute Wetter und die gute konjunkturelle Lage beigetragen, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann.

Besonders wichtig sei, dass alle Altersgruppen von der positiven Entwicklung profitierten. Vor allem seien weniger junge Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote betrug 10,6 Prozent. Damit liegt der Nordosten im Bundesländervergleich nicht mehr auf dem letzten Platz, sondern vor Berlin (11,0 Prozent) und Bremen (11,1 Prozent).

Im Bundesschnitt sank die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern gingen die Meldungen von Arbeitslosen seit Jahresbeginn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum spürbar zurück - um 1600 oder 4,9 Prozent, wie Haupt-Koopmann sagte. „Die Betriebe halten angesichts der guten Konjunktur und zunehmender Fachkräfteengpässe ihr Personal.“ Weiterhin würden viele freie sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, seit Jahresbeginn etwa 15 300. Das seien 150 oder 1 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2014. Besonders im Gastgewerbe, im Bereich Soziales und Gesundheit, im verarbeitenden Gewerbe und am Bau würden Mitarbeiter gesucht. „Der Bedarf an Mitarbeitern auf dem ersten Arbeitsmarkt wächst, es geht aufwärts“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Er verwies zugleich darauf, dass noch 6000 Ausbildungsstellen frei sind. 4500 Jugendliche seien noch unversorgt.

Arbeitsministerin Birgit Hesse (SPD) forderte den Bund auf, die Jobcenter finanziell besser auszustatten. „Flexiblere Instrumente sind notwendig, um Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integrieren zu können. Dazu sind auch Rechtsvereinfachungen notwendig“, sagte sie. Sie wies auf die umfangreichen Projekte hin, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert werden können, vor allem, um Langzeitarbeitslose wieder fit für den Arbeitsmarkt machen. In der neuen Förderperiode bis 2020 stünden dem Land deutlich mehr Mittel für regionale Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Aber auch der Bund müsse seinen Teil beitragen.

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der oppositionellen Linksfraktion im Landtag, Henning Foerster, hielt dagegen, dass die Sockelarbeitslosigkeit anhaltend hoch ist. „Die gegenwärtig rund

11 800 gemeldeten zu besetzenden Stellen reichen nicht einmal aus, um allen mehr als 30 000 Arbeitslosengeldbeziehern eine Arbeit anbieten zu können, geschweige denn den länger arbeitslosen Frauen und Männern“, sagte er. Auch die Vermittlung von Ausländern in Arbeit gestalte sich schwierig. Die Zahl von mehr als 3000 Migranten auf Arbeitssuche halte sich hartnäckig.

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