Wemag steckt Millionen in eigene Netzsteuerung

Der Grundstein ist gesetzt: für die neue Netzleitstelle in Schwerin
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Der Grundstein ist gesetzt: für die neue Netzleitstelle in Schwerin

svz.de von
03. November 2014, 15:39 Uhr

Mehr Sicherheit im Netz: Der Regionalversorger Wemag baut Schwerin als Schaltzentrale für das Stromnetz in Westmecklenburg und der Prignitz aus und übernimmt die Überwachung seines 15 000 Kilometer langen Leitungsnetzes wieder selbst in die Hand. Der kommunale Energieversorger investiert dazu 5,1 Millionen Euro in eine eigene Netzleitstelle in einem neuen Verwaltungsgebäude am Firmensitz Schwerin, teilte Technikvorstand Thomas Pätzold zur Grundsteinlegung gestern mit. Von dort aus sollen ab 2017 die Energieanlagen im eigenen Versorgungsgebiet, vor allem aber die wachsende Zahl der Windkraftanlagen in Westmecklenburg sowie die Netze einzelner Stadtwerke in MV, Brandenburg und Niedersachsen überwacht und auf Störungen sowie Schwankungen im Stromangebot reagiert werden. Auch das kürzlich nach Investitionen von sechs Millionen Euro in Schwerin in Betrieb gegangene größte kommerzielle Batteriekraftwerk Europas solle von der Zentrale gesteuert werden. Bislang war die Netzüberwachung in Hamburg angesiedelt. Die Leitstelle war Anfang der 2000er-Jahre in die Schaltzentrale des damaligen Wemag-Eigentümers Vattenfall in die Hansestadt verlagert worden. Ein Dienstleistungsvertrag laufe 2016 aus. 2009 war die Wemag an 200 Kommunen in MV und Brandenburg verkauft worden.

Umspannwerke, Windparks, Stromleitungen: Mit der 24-Stunden-Stunden-Leitstelle mit elf neuen Arbeitsplätzen hole die Wemag „das Herz des Strombetriebs“ wieder nach Schwerin, sagte Pätzold. Der Ausbau der erneuerbaren Energien erhöhe die Anforderungen an die Netzsteuerung. Inzwischen müsse z. B. in Westmecklenburg das Stromangebot hunderter Windkraft- und Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von etwa 1000 Megawatt gesteuert werden. Es wird mehr: Ab Jahresende steigt die Wemag selbst als Betreiber von Windkraftanlagen in den Öko-Strommarkt ein. In Bernitt im Landkreis Rostock sollen die ersten beiden eigenen Anlagen ans Netz gehen, so Pätzold. Zusammen mit Fremdkapital sollen bis 2020 etwa eine halbe Milliarde Euro in den Aufbau weiterer Windmühlen gesteckt werden. Bis dahin wolle der Regionalversorger mit Öko-Kraftwerken die Hälfte des ausgelieferten Stroms selbst erzeugen, hatte Wemag-Vorstand Caspar Baumgart angekündigt – unter anderem mit Windparks mit Bürgerbeteiligung in der Region Alt Zachun sowie in Tarnow Ost. Zudem plant die Wemag Millionen-Investitionen in den Netzausbau – mehr als 100 Millionen Euro in den kommenden Jahren.

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