zur Navigation springen

Stromversorgung : Wemag-Millionen für Gemeinden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausschüttungen nach Versorger-Kauf höher als erwartet: 45 Millionen Euro für Kommunen. Regionalversorger investiert in Netzausbau.

svz.de von
erstellt am 04.Sep.2014 | 08:00 Uhr

Kommunaler Geldsegen: Die Übernahme des regionalen Energieversorgers Wemag lässt bei 250 Gemeinden in Westmecklenburg und der Prignitz die Kassen klingeln. Seit dem Kauf der Unternehmensanteile vom Vattenfall-Konzern vor vier Jahren spülte das Stromgeschäft mehr als 45 Millionen Euro in die Haushalte des Anteilseigner-Zweckverbandes und der Kommunen. Weitere rund 15 Millionen Euro flossen an den 25,1-Prozent-Gesellschafter Thüga, dem nach eigenen Angaben deutschlandweit größten kommunalen Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserdienstleister aus Thüringen. Der Energiekonzern Vattenfall hatte im August 2009 seine Mehrheitsbeteiligung von 80 Prozent an der Wemag an die Kommunen verkauft, die seinerzeit bereits 20 Prozent der Anteile hielten. Der Kaufpreis: 170 Millionen Euro.

Die Übernahme beschert den kommunalen Anteilseignern indes höhere Ausschüttungen als seinerzeit gedacht: Neuregelungen auf dem Strommarkt und der Abbau regulatorischer Nachteile bei Investitionen in Stromnetze hätten die Ausschüttung um 20 Millionen Euro höher ausfallen lassen als in der Verkaufsplanung vor vier Jahren angenommen, sagte Wemag-Vorstand Caspar Baumgart: „Die vergangenen Jahre haben bewiesen, dass die Rekommunalisierung ein voller Erfolg ist.“ Der Wemag-Kauf war vor vier Jahren in einigen Gemeinden auf Skepsis gestoßen. Etliche Gemeinden lehnten einen Einstieg ab – zu hohes Risiko.

Auch in den kommenden vier Jahren seien höhere Ausschüttungen zu erwarten als in den Verkaufsplanungen angenommen. Allerdings bekämen die Kommunen die hohen Zahlungen noch nicht in vollem Umfang in ihren Kassen zu spüren. Ein Teil der Dividendenzahlung werde für die Tilgung des Kaufpreises eingesetzt, ein Teil verbleibe im Unternehmen zur Finanzierung anstehender Investitionen im Unternehmen.

Der Finanzbedarf ist groß: Der Zuwachs an erneuerbaren Energien in Westmecklenburg zwinge zum Netzausbau. Allein in diesem Jahr stecke die Wemag 34 Millionen Euro in den Ausbau des Stromnetzes, erklärte Vorstand Baumgart. Die Bauplanungen für die kommenden Jahre würden Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro vorsehen. So solle das etwa 1000 Kilometer lange Hochspannungsnetz auf Vordermann gebracht und die Leistungen auf den vorhandenen Trassen erhöht werden. Bei Parchim entstehe ein Übergabepunkt, der den Öko-Strom ins Höchstspannungsnetz des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz einspeist. Zudem sollen die bestehenden Netze intelligenter gemacht und unter anderem regelbare Ortsnetztrafos eingebaut werden, um vorhandene Kapazitäten zu nutzen, erklärte Baumgart. Zudem wolle die Wemag weitere Öko-Stromanlagen erreichten und bis 2020 die Hälfte des ausgelieferten Stroms selbst erzeugen. 80 Millionen Euro sollen in den kommenden fünf Jahren in den Bau grüner Anlagen gesteckt werden – in Windparks mit Bürgerbeteiligung in der Region Alt Zachun,Holthusen, Sülstorf, Bandenitz, Neu Zachun und sowie einen Park in Tarnow Ost.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen