Lohn in MV : Weihnachtsgeld: Die Hälfte geht leer aus

<p>Die Chancen auf Weihnachtsgeld sind in MV ungleich verteilt. </p>

Die Chancen auf Weihnachtsgeld sind in MV ungleich verteilt.

Große Unterschiede im Land: Die Spanne reicht von keiner Zahlung bis zu einem 13. Gehalt.

svz.de von
06. November 2015, 06:00 Uhr

Bonus zur besinnlichsten Zeit des Jahres: 54 Prozent der Beschäftigten in Deutschland erhalten Weihnachtsgeld – in den neuen Bundesländern sind es hingegen 40 Prozent. Das hat das Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer Online-Umfrage mit 8800 Teilnehmern herausgefunden.

Die Umfrage ergab auch: Die Chancen auf Weihnachtsgeld sind ungleich verteilt. Bankmitarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern erhalten mit der November-Abrechnung zusätzlich ein komplettes Gehalt. Die in Rostock ansässige Firma Liebherr gewährt Mitarbeitern in der Regel bis zu 50 Prozent des individuellen monatlichen Gehaltes. In der Landwirtschaft beläuft sich die Einmalzahlung laut Studie auf 256 Euro – zuzüglich 7,70 Euro pro Jahr der Zugehörigkeit im Betrieb. Gewöhnlich hängt es von der tariflichen Bindung ab, ob es Weihnachtsgeld gibt oder nicht.

Greift der Tarifvertrag, gibt es die zusätzliche Vergütung für 72 Prozent der Beschäftigten – meist unabhängig von der jeweiligen Branche, berechnet als fester Prozentsatz des monatlichen Einkommens. Ist der Arbeitgeber hingegen nicht tarifgebunden, sinkt die Zahl auf 42 Prozent. Laut des Deutschen Gewerkschaftbundes (DGB) haben nur ein Viertel der Beschäftigen in MV einen Tarifvertrag für ihre Mitarbeiter abgeschlossen. Weitere 41 Prozent würden sich daran orientieren. Dementsprechend fiele das Weihnachtsgeld aus, erklärt Frank Schischefsky, Sprecher des Verdi-Landesbezirkes Nord. „Wenn aber der Bonus gezahlt wird, hat er sich in den letzten Jahren eher stabilisiert.“ Beispiele seien nach Angaben Verdis der Einzel-, Groß- und Außenhandel. Auch in der Wohnungswirtschaft wird Weihnachtsgeld gezahlt.

Damit befinden sich die Zahlen auf einem ähnlichen Niveau wie vor zehn Jahren, erklärt Reinhard Bispinck, Leiter des Tarifarchivs gegenüber unserer Zeitung. Seit 2005 habe es lediglich kleinere Anpassungen gegeben. Letztlich würde die Wirtschaft angekurbelt, erklärt Bispinck. Das Geld fließe oft direkt in die Weihnachtseinkäufe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen