Wirtschaft MV : Vorfrühling am Arbeitsmarkt: Aufschwung erwartet

Im Februar dümpelte der Arbeitsmarkt im Nordosten vor sich hin. Doch Wirtschaftsminister und Arbeitsagentur rechnen mit einer ordentlichen Frühjahrsbelebung.

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01. März 2016, 15:20 Uhr

Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Wintermonat Februar in Mecklenburg-Vorpommern kaum verändert. Am Monatsende waren 95 200 Menschen erwerbslos gemeldet und damit 46 weniger als Ende Januar, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Rostock mitteilte. Die Quote verharrte bei 11,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind jetzt jedoch 6300 Menschen weniger ohne Job. Erstmals seit der Wiedervereinigung liege die Zahl der Erwerbslosen in einem Februar unter 100 000.

Am besten sieht der Arbeitsmarkt im Landkreis Ludwigslust-Parchim mit 7,6 Prozent Erwerbslosen aus. Die höchste Quote meldete im Februar der touristisch geprägte Landkreis Vorpommern-Rügen mit 14,9 Prozent.

Im bundesweiten Vergleich liegt Mecklenburg-Vorpommern, wie bereits im Januar, auf dem letzten Platz.

Für die nächsten Wochen erwartet die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, landesweit eine kräftige Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt. Bereits im Februar sei ein deutliches Plus bei den offenen Stellen zu verzeichnen gewesen, sagte sie. Die Betriebe im Land meldeten demnach 4500 sozialversicherungspflichtige Jobs zur Besetzung - 410 mehr als im Februar des Vorjahres.

Neuer Chef der Agentur für Arbeit
Guntram Sydow hat am 1. März 2016 als Nachfolger von Dirk Heyden die Leitung der Agentur für Arbeit Schwerin übernommen. Der 38-jährige Familienvater  – zuletzt in Nürnberg Chef des gemeinsamen Arbeitsstabes Flüchtlingsmanagement der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge  – wird offiziell am 13. April von Margit Haupt-Koopmann, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Nord, in sein neues Amt eingeführt.

Auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) äußerte sich optimistisch und verwies auf Neuansiedlungen oder Firmenerweiterungen, die im März an den Start gehen. Dazu gehörten der Medizintechnik-Spezialist Clearum in Poppendorf (Landkreis Rostock) mit Produktionsbeginn am Donnerstag und die Firma IDT Biologika, die auf der Insel Riems bei Greifswald am Freitag ein neues Gebäude für Forschung und Qualitätssicherung in Betriebe nehme. Überdies plane der türkische Rohrproduzent MIR ein Werk im Fährhafen Sassnitz-Mukran. Dort und in Poppendorf sollen mehr als 150 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf dem Riems würden durch die Erweiterung 70 Jobs gesichert.

Nach Worten von Haupt-Koopmann haben zuletzt auffallend viele Ältere vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert. Die Zahl der Erwerbslosen über 50 Jahren sei im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2400 auf 36 400 zurückgegangen. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank demnach um 1200 auf 31 400. Auf diesem Feld müsse aber noch deutlich mehr geschehen. „Hier sind alle Arbeitsmarktpartner und insbesondere die Personalverantwortlichen gefordert“, sagte Haupt-Koopmann.

Auch bei der Integration der Flüchtlinge ist die Wirtschaft zunehmend gefragt. Immer mehr bekommen ihre Anerkennung, beziehen damit Hartz IV und müssen sich beim Jobcenter melden. Aktuell sind den Angaben zufolge in Mecklenburg-Vorpommern 5800 Ausländer erwerbslos gemeldet, 2000 mehr als vor einem Jahr. Erste Projekte werden vorbereitet. So plant die Handwerkskammer Schwerin sechsmonatige Berufsorientierungsmaßnahmen für Flüchtlinge in ihrem Bildungszentrum in der Landeshauptstadt, wie eine Sprecherin sagte.

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